Alleinerziehend

Als ich letztens meinen Post bei Instagram veröffentlichte, in dem es um die Vorteile vom Alleinerziehendsein ging, war die Resonanz groß. Die verschiedensten Stimmungen habe ich erlebt. In den Kommentaren, wie auch in den privaten Nachrichten. Es schwankte von liebevoll, dankbar bis hin zu größtem Unverständnis.

Ja, alleinerziehend ist in erster Linie nicht schön, ABER was bleibt einem denn anderes übrig, als das Beste daraus zu machen? Ich kann mich natürlich jeden Tag in den Nachteilen wälzen und negative Energie fühlen und damit auch an meine Kinder verbreiten ODER aber ich mache mir die Vorteile aus der Situation klar und ziehe mich damit selber aus meinem Loch.

Wisst ihr, ich bin lange Zeit ein Pessimist gewesen und habe nach dem Motto gelebt, dass ich mir das Schlimmste vorgestellt habe und es damit ja nur besser werden kann. Oft bin ich dann aber in der ersten Phase hängen geblieben und habe mich an dem Schlechten fest gebissen. Es fiel mir oft nicht leicht, Vorteile zu erkennen und meistens wollte ich das auch gar nicht. Ich wollte mich selbst bemitleiden und ich wollte, dass andere sehen, wie schlecht es mir geht. In der Hoffnung, dass sie mich glücklich machen.

Und genau da ist das Problem. Ich habe mein Glück von anderen abhängig gemacht und hatte auch gleich einen Schuldigen, wenn es die Menschen um mich herum nicht geschafft haben, mich glücklich zu machen. Dass ich selbst für mich und meine Seele verantwortlich bin, daran habe ich nicht gedacht.

Dieses Umdenken kam tatsächlich erst mit den Kindern. Und auch wenn ich es nicht ausnahmslos immer schaffe, versuche ich doch meist das Beste daraus zu machen.

Alleinerziehend heißt für mich momentan: Freiheit. Vor allem zeitliche Freiheit, da wir es tatsächlich geschafft haben, eine schöne Regelmäßigkeit in der Kinderbetreuung zu schaffen. Das gelingt nicht allen getrennten Eltern, ich weiß. Da kann ich euch aber sehr gut die Mediation und Begleitung einer Rechtsanwältin/eines Rechtsanwaltes empfehlen. Thema dort ist, die Wünsche der getrennten Eltern zusammenzutragen, eine gute Lösung für beide zu entwickeln und dies dann in einem Mediationsvertrag festzuhalten, der vor Gericht auch bestand hat. So geht man den Weg der Trennung gemeinsam und muss nur einen Rechtsanwalt bezahlen. Uns hat das ein gutes Gefühl gegeben, da wir wirklich nicht gegeneinander kämpfen wollten. Das passiert aber unweigerlich, wenn sich jeder einen Rechtsanwalt nimmt.

Es ist ein hartes Stück Arbeit, ja, aber es lohnt sich. Es sorgt für entspannte Kinder, für friedliche Eltern und für eine angenehme Zeit nach der Trennung. Denn wenn man Kinder hat, bleibt man auf einige Zeit noch so stark verbunden, dass man zumindest miteinander reden sollte. Das war mir immer schon wichtig, da es bei meinen Eltern nicht funktioniert hat. Da gab es einen Rosenkrieg und jahrelange Funkstille. Das hat mich als einziges Kind der beiden sehr getroffen und traurig gemacht. Immerhin haben sie sich mal geliebt und es gab gute Gründe, warum sie mal zusammen waren.

Klar gibt es immer auch gute Gründe, warum man sich trennt und viele Menschen sind dann zurecht verletzt. Enttäuschung macht der Wut und manchmal auch dem Hass Platz. ABER: wie weit und wie tief, das haben wir selbst in der Hand.

Ich wurde auch verletzt, enttäuscht und aus meiner Sicht gedemütigt. Ich habe tagelang auf dem Boden gelegen und habe geweint, weil er entschieden hat, dass meine Leben, so wie ich es bisher gelebt habe, vorbei ist. Eine Welt brach für mich zusammen und mir tat es vor allem für die Kinder so unendlich leid. Und trotzdem wusste ich immer, dass ich es schaffen werde. Nicht, weil ich mich als besonders stark und kraftvoll empfinde, nein. Einfach weil ich mich selbst heilen wollte und eben auch konnte. Das kann jeder!

Das war es, was mir Kraft gegeben hat. Ich habe mir gedanklich eine Liste gemacht und alle Vorteile der Situation notiert. Immer und immer wieder. Über die Nachteile habe ich gar nicht erst nachgedacht und habe mich nur auf das Positive fokussiert. So habe ich uns eben 2 Katzen gekauft, die er vorher nie wollte. Ich konnte das Haus so einrichten, wie ich es wollte. Ich kann hier schalten und walten, wie ich das möchte. Ich habe jedes zweite Wochenende kinderfrei, weil er da auch einfach mitzieht und mir keine Steine in den Weg liegt. Im Gegenteil. Er unterstützt mich weiterhin so gut er kann. Unterhaltszahlungen haben wir mündlich vereinbart. Einfach so, dass wir alle leben können. Ich würde nie mehr erstreiten, weil ich weiß, dass es ihm dann finanziell nicht mehr gut gehen würde und weil eben dann diese gute Basis, die wir haben, einfach weg wäre. Wenn ich seine finanzielle Hilfe bräuchte, wäre er auch da, das weiß ich. Und so bin ich jeden Tag dankbar für das, was ich hier habe.

Eine friedliche Trennung. Ein friedliches Leben. Ja, ich bin alleinerziehend und das zieht mir schon oft meine Nerven lang, aber es ist eben beruhigend, dass ich mich darauf verlassen kann, dass alles gut ist. Diese Sicherheit tut mir gut.

Ich wünsche allen alleinerziehenden Mamas und Papas da draußen, dass sie es schaffen, ihr Ego klein zu halten und im Sinne der Kinder so zu handeln, dass Liebe und Frieden im Vordergrund stehen. Ihr tut euch und eurem Wohlgefühl einen riesen Gefallen.

Habt ihr noch mehr Fragen oder Gedanken zu dem Thema, dann schreibt gern in die Kommentare. Ich freue mich auf einen wertvollen Austausch.

Eure Saskia

Nach der Trennung friedvoll bleiben

Eine Trennung ist ein heftiges Erlebnis im Leben eines Kindes, keine Frage. Allerdings muss es nicht immer traumatisierend sein. Vor allem dann nicht, wenn beide Elternteile es schaffen, ihr Ego liebevoll zurück zu halten. Das kann gelingen, tut es leider aber in den meisten Fällen nicht.

Wenn sich beide gleichermaßen dafür entscheiden, sich zu trennen oder wenn der Verlassene es schafft, die Situation zu akzeptieren, hat die AfterFamilyKonstellation ganz gute Chancen. Meist jedoch kommt die/der Verlassene in einen Strudel aus Verletztheit, Wut, Egozentrik und unendlicher Trauer über das Ende der Beziehung. Wenn die/der Verlassene dies dann auch noch auf die Kinder überträgt, ist ein liebevolles Auseinandergleiten der Kernfamilie kaum mehr möglich.

Das zeigt, wie wichtig es ist, eine friedvolle Trennung zu forcieren. Denn das ist nicht das Ende, wenn Kinder im Spiel sind.

Die nächste Phase ist das Alltagsleben der Beteiligten. Ein völlig neuer Ablauf für die Elternteile und die Kinder, da Betreuungsphasen geklärt und gelebt werden müssen. Wichtige Entscheidungen, welches Modell man leben möchte. Und eben dann auch die Umsetzung dieser Entscheidungen, die von allen ein enormes Durchhaltevermögen abverlangt, weil es im Alltag eben oft nicht so einfach ist. Für keinen.

Wenn es allerdings die Elternteile geschafft haben, sich friedvoll zu trennen, werden Absprachen und gegenseitige Hilfe viel geschmeidiger möglich sein.

Irgendwann kommt dann ein entscheidender Punkt, an dem das eigene Ego nochmal stark gefordert ist. Nämlich dann, wenn auf der einen oder anderen Seite ein/e neue/r Partner/in ins Leben tritt. Auch da ist eine entspannte Ausgangslage eine wunderbare Basis, um diese neuen Menschen vertrauensvoll in dieses AfterFamilyUmfeld einzuführen. Es bedarf Absprachen der Elternteile, wie und wann die/der neue Partner/in die gemeinsamen Kinder kennenlernt. Vielleicht ist es hilfreich, dass sich zunächst die Erwachsenen kennenlernen, damit man ein Gefühl dafür entwickeln kann, mit wem die Kinder nun ab und an zusammen sind und ihre Zeit verbringen. Das ist entscheidend für Vertrauen und ein gutes Gefühl. Vielleicht hat man ja auch Bedenken, Fragen oder gar „Bedingungen“. Das alles gehört in ein vertrauensvolles Gespräch zwischen den Elternteilen. Alles darf offen kommuniziert werden. Allein schon deshalb, um ungute Gefühle von den Kindern fernzuhalten.

Denn das Ego spielt und oft ein Schnippchen, indem es uns glauben machen möchte, dass wir uns beweisen müssten vor der/m neuen Partner/in. Nicht selten artet dies in einer Art Wettkampf aus, unter dem allerdings auch die Kinder leiden, nicht nur man selbst. Deshalb ist es so grundlegend, sich selbst klar bewusst zu machen, dass die/der neue Partner/in kein/e Ersatzmama oder Ersatzpapa ist. Auch das sollte vorher zwischen den Elternteilen und auch mit den Kindern kommuniziert werden, damit sich niemand weder in eine ungute Rolle gedrängt fühlt oder diese Rolle für sich behaupten möchte. All dies wären Störfelder für die AfterFamily.

Und dann kommt diese Zeit, in der man allein daheim sitzt und die Kinder beim anderen Elternteil und dessen neuer/m Partner/in sind. Wie geht man nun damit um? Es gibt sicherlich viele verschiedene Herangehensweisen. Diese sind so individuell, wie man selbst auch. Die innere Haltung spielt dabei eine große Rolle. Man kann sich freuen für die Kinder, dass ein neuer Mensch ihr Leben bereichert und neue Impulse bringt. Man kann ihnen eine gute Zeit wünschen und die eigene Zeit für sich genießen, etwas schönes unternehmen, Kraft tanken, um dann ausgeglichener zu sein, wenn die Kinder zurück kommen. Man kann sie ehrlich neugierig und offen fragen, was sie erlebt haben. Auch da darf man das eigene Ego gern liebevoll in die Arme nehmen und ihm sagen, dass alles gut ist.

Ist die ganze Situation allerdings nicht so romantisch, wie in meinem Beispiel dargestellt, dann sollte man dringend darüber nachdenken, sich beraten zu lassen. Allein schon zum Wohle der Kinder. Gespräche zwischen den Elternteilen sind dabei auch die Basis, wenn es möglich ist. Wenn nicht, sollte man Hilfe von Außen annehmen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Mediatoren, Therapeuten, Beratungsstellen.

Von Herzen wünsche ich euch, dass ihr euren Weg gemeinsam findet, auch wenn ihr getrennt seid, denn eine Trennung ist meist nicht für immer.

Gern könnt ihr hier auch über meine friedvolle Trennung nachlesen.

Sonnengruß

Eure Saskia

Ein Update – knapp eineinhalb Jahre nach der Trennung

Wie gehts uns? Was hat sich in der Zwischenzeit verändert? Wie ist das Leben? Wie sehen unsere Routinen aus? Das sind Fragen, die einige von euch immer wieder interessieren und ich werde mir heute mal die Zeit nehmen, euch davon zu erzählen, wie es inzwischen hier bei uns so aussieht und was sich seit der Trennung alles verändert hat.

Wie gehts uns?

Ganz vorab: uns geht es super. Ja, auch als alleinerziehende Mama kann ich das sagen, weil ich unser Leben hier genau so gestalte. So, dass es uns nur gut gehen kann. Wir sind alle vier sehr entspannt und genießen unsere Zeit. Es gibt keine regelmäßigen Termine, die uns stressen. Ich denke, das kommt mit der Schule dann von ganz alleine, dass die Kids gewissen Hobbies nachgehen. Bis jetzt haben sie da noch kein Interesse geäußert, was ich sehr entspannt finde.

Wir wuseln uns natürlich durch ganz normale Geschwisterstreits, Trotzphasen und allgemeine Unstimmigkeiten im Familienleben. Und dennoch kann ich sagen, dass dies hier alles sehr moderat ist. Ich würde sagen, wir führen ein schönes WG-Leben.

Was hat sich in der Zwischenzeit verändert? Wie ist das Leben?

Viel verändert hat sich eigentlich nicht. Es haben sich gute und wertvolle Routinen gefunden, welches uns das Leben als Eltern leichter macht. So gibt es feste Papazeiten. Jedes zweite Wochenende sind die drei bei ihrem Papa und jeden Mittwoch über Nacht. Das schenkt mir auch wichtige Freiheiten, um vom sonstigen „Kinderwahnsinn“ etwas durchschnaufen zu können. Das brauche ich nämlich dringend, auch wenn ich das alles sehr gern und mit viel Ruhe mache. Ich genieße diese Alleine-Zeit aber auch sehr, weil ich diese als notwendig empfinde. Außerhalb der Papazeit bin ich ja rund um die Uhr alleine für die Kids da und habe niemanden, der mich im Alltag unterstützt. Das finde ich grundsätzlich voll in Ordnung, weil das gemeinsame Leben hier relativ gut klappt und trotzdem ist es halt so, dass alle drei noch relativ klein sind.

Allerdings wird es ab Oktober noch mal aufregend anders, wenn ich dann wieder Teilzeit ins Arbeitsleben eintauche. Darauf freue ich mich sehr, weil ich tatsächlich den Einsatzort so bekommen habe, wie ich es mir gewünscht habe. Welch ein riesen Glück. Ich bin dann drei Tage in der Woche arbeiten und meinen Kiddies sehr nah. Kann innerhalb von 10 Minuten mit dem Fahrrad am Kindergarten sein. Das entspannt mich ungemein. Wäre ich in München geblieben, hätte mich das zum einen sehr viel Fahrtzeit und auch viele Fahrtkosten bedeutet. Täglich zwei Stunden pendeln wäre unmöglich gewesen. Umso schöner ist es nun und dafür bin ich sehr dankbar.

Wie sehen unsere Routinen aus?

Derzeit ist es noch ein sehr ruhiges Leben. Wir stehen jeden Tag gegen 6:30 Uhr auf, ziehen uns im Badezimmer an und frühstücken dann in aller Ruhe. Während die Kinder dann meistens noch eine zeitlang spielen, bereite ich Brotzeit und Getränke für den Kindergarten zu. Dann gehen wir gegen 7:45 Uhr aus dem Haus in Richtung Kindergarten. Wenn dann alle Kids verabschiedet und in ihren Gruppen sind, gehe ich meistens eine Runde laufen, um mich auszupowern. Danach ist Haushalt/Einkaufen/Termine angesagt. So ein Haus braucht ja auch seine Pflege und jetzt gen Herbst auch der Garten. Ich liebe es, wenn es nachher dann alles schön und ordentlich ist.

Gegen 14:30 Uhr hole ich die Kinder dann wieder vom Kindergarten ab und wir chillen den Nachmittag am See, wenn es schön ist oder spielen zu Hause oder bei Freunden.

Am Abend hat auch bei uns alles seinen festen Ablauf. Wir essen zu Abend, wobei die Kids da gern am Sofa ihre Brotzeit naschen, was völlig okay für mich ist. Sie schauen nebenbei etwas TV und ich decke den Frühstückstisch. Halb acht gehen wir dann ins Bad und wenn diese Zahnputzroutine mit Schlafanzug, Toilette, etc geschafft ist, schaffe ich alle in ihr Bett. Einen nach dem anderen. Erst Luis, dann Hanna und zum Schluss Henri, weil dieser noch meine Einschlafbegleitung braucht. Allerdings gehe ich danach meist noch zu Luis kuscheln, weil auch er es genießt, wenn ich ihn in den Schlaf kuschel. Nur Hanna mag gern allein einschlafen und ist dies auch meist schon nach fünf Minuten.

Danach beginnt mein Abend, an dem ich manchmal noch etwas Sport mache, etwas lese, eine Runde räuchere oder auch einfach nur ins Bett gehe und dort die Ruhe und Stille genieße.

Also alles in allem kann man sagen, ist hier alles sehr ausgeglichen, in der Mitte und entspannt, was mir das Alleinerziehendsein sehr leicht macht, auch wenn es echt eine Herausforderung an mich als Mensch ist. Ich habe meine Wege gefunden, wie ich in Balance bleibe, was mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Ihr könnt gern hier nachlesen, wenn euch dieses Thema interessiert.

Herzliche Grüße

Eure Saskia

Hier nochmal zum Nachlesen: Meine friedvolle Trennung

Der Weg zu mehr Körpergefühl – Licht

Um mehr bei mir selbst zu sein, komme ich immer wieder zu dem Punkt die verschiedenen Ebenen zu beleuchten. Als ich letztens davon schrieb, wie ich meine Ernährung umgestellt habe, ist mir klar geworden, dass dies der körperliche Weg NACH INNEN ist.

Mittlerweile sehe ich viel mehr viel klarer und weiß, dass es so viele Ebenen mehr gibt. Deshalb möchte ich besser strukturieren, fokussieren und dich daran teil haben lassen, wie MEIN Weg zu mehr Körpergefühl aussieht und sich für mich anfühlt.

Heute möchte ich dich auf dem spirituelle Weg NACH OBEN mitnehmen. Was bedeutet das nun für mich?

Alles in mir dreht sich gerade um Licht. Um mein Licht. Mein Lebenslicht, was unaufhörlich weiter leuchtet und welches ich beschütze, damit es niemals erlischt. Licht schenkt uns Wärme und Leben, von außen, aber auch von innen und wer jemals meditiert hat, weiß, wie heilend das innere Licht wirken kann. Es hat nahezu magische Kraft, wenn wir uns ganz auf uns konzentrieren. Es gibt keine stärkere Kraft im Universum, als das Licht.

Und so habe ich es zu meiner Aufgabe gemacht, täglich das Licht in mich fließen zu lassen. Mittels gezielten Übungen atme ich das Licht in mich ein, nehme es in mich auf. Wenn ich in der Sonne sitze, meinen Körper in ihre Richtung drehe und meine Augen dabei schließe fällt es mir noch leichter, diese goldene Lichtkraft in mich aufzunehmen. Ganz schnell macht sich ein Lächeln auf meinen Lippen breit und ich bekomme ein wohliges Gefühl im Körper. Wie Schmetterlinge, die vorsichtig in meinem Bauch flattern.

Ja, es mag alles sehr esoterisch oder spirituell klingen, jedoch ist es mehr wie das. Es ist eine Reise zu dir selbst. Es richtet die Aufmerksamkeit auf deinen Kern und zeigt dir den Weg, was wirklich wichtig ist. Ganz rein und pur. Probiere es einfach mal aus, dann weißt du, von was ich spreche.

Darüber hinaus spielt Licht für mich auch im Außen eine große Rolle und ich bin fasziniert davon, welch Möglichkeiten unsere Sonne uns gibt. Für meine gemütlichen Abende auf der Dachterrasse, im Bett oder auf dem Sofa, habe ich mein Sonnenglas (Werbung) entdeckt. Diese Solarlaterne funktioniert mittels Sonnenenergie und wird tagsüber ganz einfach ins LICHT gestellt. Abends gibt sie dann ein wunderbares Licht ab, ohne Strom zu brauchen. So bin ich autark und habe Licht. Welch Geschenk. Sie leuchtet viel heller, als übliche Solarlampen, sodass ich neben ihr sogar ein Buch lesen kann.

Außerdem lassen sich in ihr wunderschöne Naturschätze sammeln und aufbewahren. Abends wird dieser Schatz dann ganz romantisch bestrahlt. Ich liebe diese Möglichkeit des nachhaltigen Lichts, das Geschenk der Natur und freue mich jeden Abend wieder, dass ich so ganz natürlich Licht ohne Strom für mich habe. Mach dir deine Welt auch ein bisschen heller.

Mit dem Code SG-ERDENKINDER bekommst du bis zum 16.8.2019 deine Bestellung bei Sonnenglas versandkostenfrei.

Gern möchte ich dir auch eine schöne LICHTübung für den Alltag mit an die Hand geben, um dich vor Energieräubern zu schützen. Kleine Energieräuber können alle möglichen Menschen um dich herum sein. Deine Kinder, Arbeitskollegen, Freunde oder auch der Partner. Damit du diesen Beziehungen kraftvoll begegnen kannst, ohne dich nachher ausgelaugt zu fühlen stell dir folgendes vor:

Konzentriere dich in einem ruhigen Moment ganz auf dich und male Dir dabei gedanklich aus, du stehst in einem LICHTKegel. Ein Kegel, der ein Stück über dir endet und der dich völlig einhüllt. Er ist gefüllt mit Licht und seine Grenze undurchdringlich von außen. Du bist gänzlich geschützt. Stelle dir vor, wie alle kleinen und großen Energieräuber an dieser leuchtenden Hülle abprallen und dir somit nichts mehr anhaben können. Gleichzeitig erfüllt dich dieses Licht mit Kraft und Energie. Du bist ganz bei dir und lächelst zufrieden.

Mit dieser Stärke gehst du nun in den Tag. Du kannst diese Übung jederzeit machen, sobald du merkst, dass dir das Drumherum wieder mal zu viel wird oder wenn du Kraft verlierst. Bündle sie dann ganz schnell in deinem LICHTKegel und nehme sie wieder in dich auf. Atme sie tief ein und sei dankbar für dieses LICHTGeschenk.

Mit diesen lichtvollen Gedanken bleibst du mit deinem Körper und dem Licht verbunden. Schätze es und sei dankbar. Das LICHT ist die natürlichste Quelle unserer Kraft.

6 Monate zu fünft

Was hat sich verändert? Wo stehen wir im Vergleich zum Anfang? Was hat sich bewegt?

Oh, es ist so einiges anders geworden. Seit Hanna und Luis in den Kindergarten gehen und täglich 4 bzw. 6 Stunden nicht zu Hause sind, hat sich unser Alltag gedreht. In eine völlig losgelöste Struktur.

Auf der einen Seite finde ich das so überhaupt nicht gut. Nicht für mich und nicht für Henri. DENN: Eigentlich wollte ich Hanna und Luis in einer Kita anmelden, in der sie täglich bis 15 Uhr betreut sind, weil ich finde, dass auch Henri seinen geregelten Mittagsschlaf bekommen darf, wie ihn auch Hanna und Luis genießen konnten. 11:30 Uhr Mittagessen und 12 Uhr ins Bettchen. Schlafen bis 14 Uhr und weiter im Nachmittag. Das geht so hier alles nicht mehr. Montag, Mittwoch und Freitag sind Hanna und Luis bis 12:30 Uhr im Waldkindergarten und Dienstag und Donnerstag bis 14:30 Uhr. An den beiden längeren Tagen lege ich Henri (mich inklusive) immer ins Bett. Wir schlafen dann ein bis zwei Stunden und das tut uns richtig gut. An den anderen Tagen geht es nicht und ich bin froh, wenn wir spätestens 13:30 Uhr Mittagessen und sie dann eventuell spielen oder vielleicht auch ein bis zwei Folgen Pipi Langstrumpf schauen, während ich mich mit dem schlafenden Henri auf dem Arm auf unser zweites kleine Sofa setze. Wie lange kann das noch so gut gehen?

Auf der anderen Seite öffnet mir dieser neue Ablauf auch Möglichkeiten zum Umdenken. So bin ich doch in meinem Strukturdenken völlig eingefahren gewesen und sehe nun, dass es den Kindern auch ohne meine Struktur echt gut geht. Zumal Henri ja in 2,5 Jahren auch in diesen Waldkindergarten gehen wird und somit die Struktur nun schon kennenlernen wird.

Was hat sich noch getan? Zwischenmenschlich!

An das Gefühl, Henri wie eine Löwin zu beschützen, habe ich mich inzwischen gewöhnt. Er ist ja nun auch nicht mehr so zerbrechlich, wie am Anfang und hält es schon mal aus, wenn die Geschwister mal etwas wilder knuddeln. Alles lasse ich trotzdem nicht zu und es gibt auch immer noch Momente, in denen ich ihn direkt aus der Situation auf den Arm nehme, weil es mir einfach wohler ist. Können doch 3 Jährige viele Gefahrensituationen noch überhaupt nicht einschätzen.

Zwischen den Zwillingen und mir wird es auch ganz langsam wieder entspannter. Ich habe das Gefühl, dass sie sich mir auch wieder mehr öffnen können. Mich mehr zu sich durchdringen lassen. Als ich mit Henri nach Hause kam, war das ja ziemlich heftig. Ablehnung und Traurigkeit machten sich breit Die erste Zeit zu Hause Und ich dachte ja nun nicht, dass es so lange dauern würde, bis es sich für mich wieder einigermaßen akzeptabel anfühlt Update: 6 Wochen zu Hause 

Der Kindergarten hilft uns dabei allerdings auch sehr. Sie erfahren eine unglaubliche Bereicherung für sich und ihre Entwicklung als eigenständiges Persönchen und ich habe etwas Zeit für mich am Vormittag, wenn Henri seine halbe Stunde schläft oder habe Zeit nur für ihn, wenn er wach ist.

Jeder hat hier in der Familie so seine Zeit gebraucht und ich habe dem auch ganz viel Raum gegeben, nicht zu oft drüber nachgedacht, es einfach fließen lassen. Ich denke, wir sind nun immer noch in diesem Prozess, in dem wir uns zu fünft finden und ich bin neugierig, wann es sich dann alles ganz rund anfühlt. Vielleicht zum 1. Geburtstag von Henri? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, ist, dass ich gelernt habe, dass jeder neue Mensch, der in eine Familie hinzu kommt, die Familienwaage erst einmal ins Wanken bringt und dass sich jeder die Zeit nehmen darf, sich neu zu finden, seinen Platz neu auszurichten, neue Perspektiven einzunehmen und neue Kraftmomente für sich zu entdecken. Und genau das macht eine kinderreiche Familie so lebenswert: es ist immer neuschöpfende Veränderung, bis man irgendwann ankommt. L E B E N

Das dritte Rad am Wagen?

Viele fragen mich immer, wie es denn nun so ist, wenn man nach Zwillingen „nur“ ein Baby hat. Ist es einfacher? Ist es schöner?

Tja, was soll ich dazu schreiben? Es ist ANDERS. Und wie? Ja, das versuche ich euch heute mal zu beschreiben.

Schon in der Schwangerschaft spürte ich einen klaren Unterschied: es war ruhiger im Bauch. Kein wildes durcheinander von 8 Gliedmaßen, die mich abwechselnd links und recht spüren ließen, dass mein Bauch voll gefüllt mit Leben ist. Kein Schluckauf links und rechts im Wechsel. Nein. Henri war von Anfang an anders in meinem Bauch. Ruhiger, strich nur leicht mit seinen Füßchen von innen, bewegte sich nur sacht. Schluckauf hatte er aber trotzdem so häufig 🙂

Die Geburt war auch ANDERS. Länger. Schmerzhafter. Und nach einem Baby war dann schluss. Es kam kein zweites raus. Nur eins auf dem Bauch, das war irgendwie eigenartig, aber auch wunderschön. Er konnte einfach liegen bleiben und ichvihn genießen. Ich hatte nicht das Bedürfnis jeden gleich oft anzuschauen, wie es bei den Zwillingen der Fall war. Nein. Ich sah nur den einen Zwerg und das war  toll. Entspannter.

Seltsam war es dann, als Henri auf die Intensivstation musste, denn dann hatte ich nämlich kein zweites Baby im Arm, sondern war nachts ganz allein. Auf der Intensivstation hatte ich im Vergleich dann aber wieder mehr Ruhe, als bei Hanna damals, weil ich eben nicht immer im Hinterkopf hatte, dass da noch ein Baby auf mich wartet. Das hat mich damals verrückt gemacht. So hin und her gerissen zu sein.

Im Alltag ist es natürlich ganz besonders, nur ein Baby auf dem Arm zu haben ohne das schlechte Gewissen, dass ich das zweite ja grad vernachlässigen könnte, wenn ich mit dem einen grad kuschel. Und das genieße ich unendlich. Noch dazu kommt, dass ich Henri stille, Hanna und Luis damals nicht. Das bringt mich ihm auch nochmal näher. Ich verstehe seine Zeichen viel besser, weiß schneller, was er gerade braucht. Bei Hanna und Luis habe ich das nie so richtig gewusst. Jetzt erkenne ich am Quengeln, wenn Henri friert, Hunger hat, müde ist, die Windel voll hat, er kuscheln möchte oder ihm das Drumherum zu laut ist. Erstaunlich, oder?

Und ja, was ich schon spüre, wenn ich diese Zeiten vergleiche, ist, dass ich mich damals bei den Zwillingen viel mehr um Organisation und Struktur gekümmert habe. Gedanklich war ich stets dabei, es beiden immer recht zu machen, beide gleich zu behandeln, gleich viele Küsse am Tag zu verteilen, gleich oft in die Augen zu schauen, gleich häufig ein Lächeln zu schenken.

Jetzt ist das ganz anders. Sie kommen zu mir, wenn sie was brauchen und das ist gut so. Bis ich zu dem Punkt gelangt bin, es fließen zu lassen und es so anzuerkennen, sind bestimmt 2 Jahre vergangen. Vielleicht kam es jetzt auch erst mit Henri, dass ich mir um all das gar keine Gedanken mehr mache. Es einfach gehen zu lassen, ihnen auch einfach die Chance zu lassen, sich die Kuscheleinheiten zu holen. Dadurch haben wir zwar weniger Körperkontakt, aber es ist stimmiger, freier und ungezwungener, wenn ich Hanna und Luis einfach von sich kommen lasse. 

Bei Hebei ist es trotzdem so, dass ich mit ihm schmuse, wann immer er oder ich es mag. Zu ihm habe ich eh eine andere Verbindung. Vielleicht durch das stillen, vielleicht auch durch den etwas freieren Kopf. Aber es ist ANDERS.

Und klar mache ich mir auch oft Gedanken darüber, ob ich Henri unterm Strich näher bin und ihn damit mehr liebe. Aber im nächsten Moment sage ich mir einfach innerlich: „Nein, es ist einfach nur ANDERS“ und verschwende darin keine Zeit mehr.

 

Wie habt ihr es empfunden? Was waren eure Gedanken?

Routine mit Zwillingen

Mit Säuglingen abends noch bis 22 Uhr Essen gehen? Den halben Tag im Café sitzen und mit anderen Mamas quatschen? Nach Lust und Laune essen? Nur schlafen, wenn sie müde sind?

Dass das alles nicht zu mir als Mama passt, wurde mir doch schon ganz schnell klar. Und so schlich sich ganz schnell ein Tagesablauf ein, der sich täglich arg ähnelte. Und war es mal anders, fing ich das Zittern an. Nein, so schlimm wars nicht, aber mir war in der Tat eine feste Struktur schon immer wichtig. Für die Kinder und auch für mich. Zumindest auch, weil ich wusste, dass sie 3 Jahre in meiner Obhut sind und ich 3 Jahre lang bestimme, wie der Hase läuft 😉 und natürlich auch im Hinblick auf den Tagesablauf im Kindergarten.

Von Anfang an lief es ganz gut und wir haben uns ganz schnell eingefuchst in unseren Tag. Das hat den Zwillingen enorm geholfen, sich zu finden in ihrem Rhythmus. Sie wussten immer ganz genau, was kommt und was als nächstes folgt. Diese Struktur hat es uns auch immer leicht gemacht, Veränderungen zu meistern. Der Tagesablauf (Frühstück, Mittag, Mittagsschlaf, Abendessen, baden, schlafen) war zeitlich immer fest. Daran gab es nichts zu rütteln. Alles andere wurde variabel drumherum gestaltet – je nach Lust und Laune.

Ob wir vormittags einkaufen fahren, spazieren gehen oder bei Regenwetter einfach nur spielen und Bücher anschauen, hat uns nichts ausgemacht. „Logisch“ denkt ihr euch jetzt sicher. Aber ich finde es schon wichtig, dass es Grundgerüst steht und dass sich Mamas und ihre Kinder dieses zusammen erarbeiten und ich dem Kind nicht einfach irgendwie was aufs Auge drücke, zu was ICH jetzt gerade Lust habe. Eben zum Beispiel spätabendliches Essengehen in ein lautes Restaurant. Das würde ich frühestens jetzt mal tun, aber vorher kam das nie in Frage. Ob ich mich damit einschränke? Nein! Ich bin Mama und habe mich bewusst dafür entschieden. Für mich heißt das auch, meinem Kind die Geborgenheit von daheim zu geben – grad abends. Ausnahmen? Im ersten Lebensjahr keine! Weil ich ganz fest daran glaube, dass es nicht sein muss. Wozu auch? Ich kann das alles jetzt oder in Zukunft noch tun und kann dann meine Kinder damit bereichern, weil sie eben auch jetzt erst anfangen, einen Mehrwert für sich zu haben. Letztens waren wir total schön bei einem Italiener abends essen, bei dem Kinder zuschauen können, wie der Pizzaboden hoch in die Luft fliegt und hinter einer Glasscheibe belegt wird. Toll für Kleinkinder! Für Säuglinge? Naja, ich weiß nicht. So ein kleines Kerlchen weiß ja gar nicht, was drumherum passiert, wenn alles so laut wuselt. Klar gibt es auch welche, die selig schlummern – aber doch vielleicht auch nur vor Erschöpfung 😉

Zur Routine gehört für mich aber nicht nur der zeitliche Ablauf. Dazu gehört viel mehr. Zum Beispiel eben auch, dass ich meinen Kindern nicht zu viele Veränderungen auf einmal zumute. Und dabei geht es schon um die kleinen Dinge, wie das Umstellen des Bettes und vielleicht gleichzeitig der Wechsel von Schlafsack auf Bettdecke. Das mag sich kurios anhören, aber ich achte auf diese Kleinigkeiten und ich hatte bei beiden bisher nie das Gefühl, dass solche Dinge sie überfordern. Viele Babys/Kinder weinen nach Veränderungen viel, sind unausgeglichen oder vielleicht auch trotziger als sonst. Vielleicht war es dann einfach zu viel, was man vom Kind verlangt.

Ich stelle mir immer vor, wie klein diese Wesen doch sind. Hanna und Luis sind jetzt 2,5 Jahre alt. Ein Bruchteil von dem was ich an Erfahrungen in meinem Leben sammeln konnte und Situationen, die ich erlebt habe. Und ganz ganz oft ertappe ich mich auch dabei, dass ich von meinen kleinen Zwergen Dinge erwarte, die für mich ganz selbstverständlich sind, ja, die für mich schon zur Routine geworden sind. Aber eben für diese zwei kleinen Kinder noch nicht. Und dann wird mir auch klar, dass es genau das ist, was sie erst von mir lernen: Routinen entwickeln. Für sich selbst und für eine Klarheit im Alltag. Dadurch sehen sie einfach viel eher und besser Dinge, die anders sind und lernen diese kennen und einschätzen.

Auch Gefahren. Schon seit sie dem Kinderwagen entflüchtet sind (und das ging hier sehr schnell), müssen sie an der Straße an meiner Hand laufen. Daran gehts nicht vorbei. Eine immer wieder kehrende Routine aus fester Handlung und immer gleichen Worten. Keine Ausnahme. Es bietet ihnen Sicherheit. Nicht nur im Sinne der Gefahr, sondern eben auch im Sinne „selbst sicher“ zu werden. Zu schauen, zu hören, einfach all ihr Sinne zu gebrauchen, wenn sie an der Straße gehen. Sobald wir ein Auto hören (hier auf dem Land fahren zum Glück nicht so viele – diese dafür aber viel zu schnell), bleiben wir stehen und schauen uns das Auto an, bis es vorbei gefahren ist. Erst dann gehen wir Hand in Hand weiter. Dies ist mittlerweile so arg in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie es akzeptieren an meiner Hand zu gehen (bei vielen anderen Kindern erlebe ich dies nicht so) und dass sie von selbst stehen bleiben. Ja, und das beruhigt mich auch als Mama. Das schafft Vertrauen und Sicherheit. Routinen sind ein langer Prozess aus ewig Gleichem und das macht es den Kindern sehr leicht. Es schafft auch in ihnen ein Vertrauen, dass das, was sie tun, richtig ist. Und das wiederum gibt ihnen Sicherheit, Klarheit und Leichtigkeit, weil sie vieles das einfach ohne Nachdenken tun.

Ich hätte noch so viele Beispiele für euch, aber es würde diesen Text sprengen. Bei Interesse könnt ihr das aber gern in die Kommentare schreiben und ich schreibe demnächst einfach eine Fortsetzung 🙂

Mein Alltag mit 2,5 jährigen Zwillingen, schwanger und meiner Autoimmunerkrankung

„Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Virus her.“ Es gibt wohl keinen besseren Zeitpunkt, als genau jetzt, um euch von meinem Alltag zu erzählen. Denn genau jetzt ist alles anders und das zeigt mir, was unseren Alltag ausmacht. Aber ich fange mal von vorn an.

Als ich mit den Zwillingen schwanger war, war mir schon klar, dass ich ihnen einen geregelten und strukturierten Ablauf bieten möchte. Klar. In erster Linie für sie, damit sie sich schnell an viele Dinge, wie Essen und Schlafen gewöhnen, aber auch für mich. Zum einen, weil ich eh ein Strukturmensch bin und zum anderen, damit ich nicht durcheinander komme. Mir war einfach wichtig, dass sie lernen, was immer so als nächstes kommt. Relativ schnell kristallisierte sich heraus, wie lange sie schlafen und um welche Uhrzeit sich unsere Mahlzeiten einpendelten. Alles drumherum war immer frei und nie großartig von irgendwelchen Terminen bestimmt.

So stehen wir nach wie vor gegen 6:30 Uhr auf, frühstücken, spielen am Vormittag oder gehen raus. Dann koche ich gegen 11 Uhr, damit die zwei 11.30 Uhr essen können. Zwischendurch gibt es hier nichts zu futtern, da sie eh schon schlecht essen und zum Mittagessen dann maximal an 3 Nudeln knabbern. Alles Erfahrungswerte, die ich mit Hanna und Luis gemacht habe. Vielleicht wird das nächste Kind eine Futterbacke – dachte ich immer. Wir werden sehen.

Nach dem Mittagessen geht es meist 12 Uhr ins Bett zum Mittagsschlaf, der dann circa bis 14 Uhr dauert. 15 Uhr Nachmittagssnack, bestehend aus Obst und auch etwas süßem. Den Nachmittag nutzen wir dann, um raus zu gehen. Auf den Pferdehof, zum Ententeich oder auf unseren hofeigenen Spielplatz. 18:30 ist dann Zeit zum Abendessen, danach baden/duschen/waschen und 19:30 Uhr ab in die Kiste.

Soweit so gut. Das ist zumindest mal unser Zeitkonstrukt, an welches sich die Zwillinge angepasst haben. Und es läuft alles erstaunlich gut. Sie gehen freiwillig ins Bett, waschen sich, putzen Zähne und ziehen sich bis auf die Windel alleine an.

Guuut, denkt ihr euch jetzt vielleicht. Okay. Dann mag ich auch mal das Drumherum beschreiben 😉 und DAS wird mir erst zu dem jetzigen Zeitpunkt klar, was die Macht der Zwillinge mit dem Einzelnen macht. Denn aktuell liegt Luis seit 3 Tagen richtig heftig flach. Ja nahezu lethargisch mit MagenDarm auf dem Sofa. Zu diesem Zeitpunkt wird mir klar, wie entspannt meine Tochter doch sein kann, wenn sie hier alleine rumwuselt, spielt und einfach nur mit mir hier ist.

Sonst sieht das nämlich ganz anders aus. Sonst ist die Spielzeit geprägt von Kleiderschränken komplett ausräumen, das Bad überschwemmen, den Inhalt meiner wohlsortierten Bausteinkisten auf einen Haufen kippen, mit den Buntstiften die Wände verschönern, in alle möglichen Löcher diverse Schrauben reinhämmern … und das alles im Doppelpack. Unschwanger kein Ding. Da lasse ich sie gerne machen und räume in ihren Schlafphasen einfach alles wieder auf. Schwanger mit wachsendem Babybauch, Müdigkeit (weil nachts aller 90 Minuten Pipi) und Erschöpfung, ergeht es mir gaaanz anders. Jedes Bücken wird zur Qual, jeder Gang zur Tortour. Ich überlege mir vorher ganz genau, was ich auf den Weg durch die Wohnung schon alles mitnehmen kann, ohne zweimal gehen zu müssen. Nun ja, das ist sicher alles ganz normal. Wenn es ein Drama wäre, hätten alle Mamis nur ein oder zwei Kinder, sag ich mir immer und im Grunde ist es ja auch nicht sooo schlimm. Dann bleibt halt mal was am Boden liegen, spätestens der Papa rä umt abends auf, sobald er heimkommt. Eine riesen Hilfe. Ja und auch meine Haushaltshilfe, die ich für die schwierige Zeit von meiner Krankenkasse bezahlt bekomme, nimmt mir viel ab (Bad putzen, saugen, wischen, Betten beziehen). Gold wert. Absolut.

So und nun kommt noch eine Variable dazu, die alles sprengt. Meine Autoimmunerkrankung Colitis Ulcerosa. Wer es kennt, der weiß, was es bedeutet. Für alle anderen nur kurz umrissen: blutige Durchfälle bis zu 30x am Tag, heftige Bauchkrämpfe und Mangelerscheinungen deluxe. Meinen derzeitigen Schub habe ich nun seit Ende November. Die Schwangerschaftshormone sind wie Feuer für meinen Körper. Nichts hilft. 10 Wochen Cortisontherapie mit 3 Absetzversuchen. Keine Chance. Das endete vor einigen Wochen mit Wehen alle 10 Minuten, weil sich die Gebärmutter dachte, sie müsste mit den Darmkrämpfen einfach mal mithalten. Krankenhaus, Wehenhemmer, diverse Medikamente. Es beruhigte sich nur die Gebärmutter. Der Darm muckt weiter rum.

Und all das mit dem Alltag, wie vorhin beschrieben. Ja. Das sind alles Puzzleteilchen, die nicht zueinander passen wollen, die es dennoch gilt, zusammenzufügen, wenn auch mit Gewalt. Seither kämpfe ich mich durch den Alltag. Mal gibt es 2 gute Tage, dann wieder 9 schlechte. Es raubt mir die Kraft und ich kehre immer mehr in mich hinein. Ich lasse vieles zu, dulde vieles und verbiete weniger, obwohl es doch meinem Strukturdenken und meinem Perfektionismus entgegen kommen würde.

Nein, so lerne auch ich demütig, nicht immer perfekt sein zu müssen. Aber ob der Rest dann klappt, steht in den Sternen bzw. bezweifle ich enorm. Klar, passen sich Kinder super vielen Gegebenheiten an, aber das ist nicht das, was ich mir für sie wünsche: eine Mama, die ständig zwischen Toilette und Sofa langsamen Schrittes hin und her wandert, die sich eben kaum mehr bewegen kann, weil der dicke Babybauch im Weg ist. Eine Mama, deren Geduldsfaden quasi nicht mehr existiert und die manchmal nur heulend da sitzt, weil sie nicht mehr weiter weiß.

Nun ja, und am Ende sitze ich nun hier, die Tage verstreichen mit Langeweile, Nichtstun und Fernsehschaun, weil es eben einfach nicht anders geht. Weil ich mich nicht teilen kann. Luis liegt hier und schläft, Hanna spielt im Kinderzimmer mit ihren Puppen und ich plane die nächste Einkaufsliste, da uns das Klopapier ausgeht. Und nebenher trällert Dorie ihr Walisch in schwingenden Tönen … es könnte schlimmer sein.

Mein persönliches Fazit lautet: „Die Zeit wird es richten.“

Der kleine Mann verlässt im Mai meinen Bauch, somit stabilisieren sich die Hormone, was meiner Colitis hoffentlich hilft, sich zu beruhigen. Wenn nicht, sind die Behandlungsmöglichkeiten besser, als in der Schwangerschaft.

Ab September gehen die Zwillinge in die Kita, was ihnen mehr Input und Gelegenheit gibt, sich neu zu entdecken.

Und ich? Hey, ich bin nicht umsonst Sternzeichen Löwe 🙂