Warum plastikreduziert – meine Beweggründe

Schon immer wusste ich, dass wir wieder zurück zum Ursprung streben. Eine plastikfreie Welt werden wir leider nicht mehr haben, aber wir können dazu beitragen, dass es nicht noch schlimmer wird. Das tun viele und das ist gut so.

2018 war das Jahr der Sondierung für mich. Ich habe mich von mir einst wichtigen Personen getrennt. Das tat gut. Das schaffte mir Luft. Auch Luft zum denken. Zum Umdenken. 2019 ist nun für mich ein Jahr der Natürlichkeit. Eben zurück zur Natur. Bewusster Leben. Dazu gehört einiges für mich und ich werde auch an meine ganz persönlichen Grenzen geraten. Das ist aber okay und das darf sein für mich. Vielleicht platzen die Knoten dann im nächsten Jahr. Ich gehe da ganz ohne Druck heran und ich möchte auch authentisch bleiben, denn absolut plastikfrei zu leben, schaffe ich nicht. Ich habe ein Handy, ein Tablet, ich liebe Schokobons und ich nutze Kosmetik, die sich in Plastikbehältern befindet. Vielleicht gibt es für letzteres irgendwann mal eine natürliche Alternative.

Mein erstes Erwachen hatte ich, als ich mit Hanna beim Zahnarzt war und er mir mitgeteilt hat, dass Hanna eine Schmelzstörung und als Folge Kreidezähne hat. Über die Gründe kann man nur mutmaßen. Zum einen liegt es vielleicht an der Antibiose in der Schwangerschaft, zum anderen vielleicht auch an zu viel Plastik in unseren Nahrungsmitteln. So ist ja alles in Plastikbeuteln eingeschweißt und mein schulmedizinischer Zahnarzt ist sich sicher, dass Mikropartikelchen auf die Nahrungsmittel übergehen. Das kann zu schweren Schäden im Körper führen, die wir früher oder später bemerken werden.

Sein Tipp war damals: alles raus aus den Tüten, sobald ich es gekauft habe: Müsli in Glasbehälter umfüllen, Obst und Gemüse auspacken, etc. Gesagt getan. So fing es an.

Aber einen gewissen Ökotick konnte ich auch vorher nicht verbergen.

So nahm es seinen Lauf, dass ich alles mögliche hier zu Hause umstellte. Ich kaufte Edelstahltrinkröhrchen, Bambuswattestäbchen, Bienenwachstücher, feste Seifen, sammelte alle möglichen Glasbehälter, um sie zu füllen und um alles mögliche darin aufzubewahren. Baumwolltücher, Holzbürsten und Co. benutzen wir hier schon ganz lange und auch das Wickeln mit Stoffwindeln habe ich liebend gern gemacht – bis Henri kam. Er hasst sie. Ein großer Wermutstropfen für mich.

Langsam taste ich mich auch an das Selbermachen heran. Lippenbalsam, Bienenwachstücher, Waschmittel, Spülmittel, Klarspüler, … gehen super einfach und man weiß, was drin ist.

Plastikreduziert heißt für mich eben nicht nur weniger Plastik kaufen und wegwerfen. Sondern auch, meine Nahrungsmittel nicht in Plastik lagern. Also habe ich meine Küche knallhart reduziert. Alle möglichen Plastikbehälter habe ich an Menschen weiter gegeben, die sie brauchen und die bewusst anders leben, als ich. So sind ein paar wenige Edelstahlbehälter eingezogen (tolle Sachen gibt es hier: Grüner Store). Ansonsten wird alles in Gläsern gelagert, deren Inhalte wir verbraucht haben. Edelstahlflaschen für die Kinder haben wir auch schon länger. Getränke aus Plastikbechern/flaschen schmecken irgendwie seltsam, habe ich bemerkt.

Außerdem achte ich schon sehr lange darauf, dass sich in unseren Kleidungsstücken kein Polyester befindet. Alltagskleidung besteht bei uns zu 100% aus Baumwolle oder Wolle. Bei Spezialkleidung, wie Regensachen, lässt es sich leider nicht vermeiden. Oder habt ihr Tipps? Dann schreibt mir gern.

Das Kinderzimmer ist für mich leider auch eine große Herausforderung, die ich wohl nicht meistern werde. So habe ich jahrelang Ostheimerfiguren gesammelt, aber spielen wollte damit keiner. Hier sind LE*O, Playm*bil und Schle*ch sowie Ton*eboxen, I*EARegale und -teppiche sehr beliebt und es wäre wohl fatal, wenn ich das aussortieren würde. So schaue ich lieber bei den Schlafplätzen, dass sie so natürlich wie möglich sind. Betten sind aus unbehandeltem Fichtenholz (Zwergenmöbel), Bettdecken aus Kamelflaumhaar (Allnatura) und die Bettwäsche aus BioBaumwolle (Allnatura und Hessnatur). Lest dazu gern auch hier.

So sind Bad und Küche zur Zeit meine Hauptschauplätze, um Plastik zu reduzieren. Alles andere folgt weiterhin nach und nach. Ich bin gespannt, wo ich Ende diesen Jahres stehen werde und welches Resümee ich dann ziehe. Bis dahin folgen noch elf Monate, in denen ich hier bei uns einiges ändern werde. Dazwischen kommt der Umzug ins neue Haus und auch diesen werde ich nutzen, um vieles zu optimieren. Es bleibt also spannend.

Gefahr bei Melamin-Geschirr – besser auf natürlichere Varianten zurück greifen

(Werbung, weil wichtig) Als ich vor einigen Tagen abends den Frühstückstisch für den nächsten Tag vorbereitete, spürte ich es. Ich hielt einen Kinderteller in der Hand und strich mit der Hand über seine Oberfläche. Sie war ganz rau und spröde. Die Beschichtung platzte auf und stachelte mir in die weiche Haut. Ich dachte genauer darüber nach und der Blitzgedanke, dass sich die Beschichtung mit den Speisen verbinden und von meinen Kindern verschluckt werden könnte, ließ mich alle anderen Teller auch überprüfen. Die Hälfte war betroffen und wanderte direkt in den Mülleimer.

Was war da passiert? Die meisten von euch kennen Melamingeschirr oder haben es sogar auch zu Hause. So ist es doch so schön leicht und stabil und wie für Kinderhände gemacht. Fällt es runter, geht nichts kaputt. Hervorragend. Dachte auch ich vor 2 Jahren, als ich unser Kindergeschirr kaufte.

Nach einigen Recherchen nehme ich nun Abstand von Melamin. Warum werde ich euch gern erläutern.

Was ist Melamin und wo liegen die Risiken?

Melamin ist ein Kunstharz, welches aus Harnstoff gewonnen wird. Dieser entsteht unter anderem bei der Verbrennung von Erdöl. Das ganze wird dann mit großen Teilen Formaldehyd versetzt und dann zu Geschirr verarbeitet. Das bringt jedoch gesundheitliche Risiken mit sich, denn das Melamingeschirr kann ab einer gewissen Temperatur das Formaldehyd freisetzen, was sehr schädlich für jeden Organismus ist. Sobald also heiße Speisen mit der Oberfläche in Berührung kommen, geht das Formaldehyd in diese Speisen über. Außerdem können auch säure-, fett- und salzhaltige Speisen Formaldehyd aus dem Geschirr lösen.

Oftmals ist gar nicht bekannt, welche Stoffe und damit auch Giftstoffe sich noch im Melamingeschirr befinden. Hersteller sind nämlich nicht verpflichtet, dies anzugeben.

Wenn ich mir nun vorstelle, dass meine kleinen Kinder von diesem Geschirr essen und diese Giftstoffe in sich aufnehmen, wird es mir ganz übel, denn ich bin dafür verantwortlich, dass sie gesund bleiben.

Außerdem verblassen die Farben des Melamingeschirrs mit der Zeit und es wird wirklich unschön. Ein weiterer Minuspunkt, wie ich finde.

Welche Alternativen gibt es also?

  1. Porzellangeschirr ist für mich eine Alternative. Jedoch ist es schwer und es geht leicht kaputt, womit es vielleicht mit drei Kindern auch irgendwann ins Geld geht, wenn ich davon ständig etwas nachkaufen muss.
  2. Edelstahlgeschirr ist zwar leicht und unkaputtbar, aber schön finde ich es überhaupt nicht. Edelstahltrinkflaschen verwenden wir zwar sehr gern, aber sich sonst wie beim Camping zu fühlen finde ich jetzt nicht so toll.
  3. Plastikgeschirr kommt für mich überhaupt nicht in Frage.
  4. Meine Wahl ist tatsächlich auf Bambusgeschirr gefallen. So besteht dieses aus 70-80% aus Bambusfasern und Maismehl. Um es formen zu können und es haltbar zu machen, werden die Pflanzenfasern mit sehr wenig Harz vermischt. Bambusgeschirr ist dabei aber nicht unkaputtbar. So ist mir auch schon mal ein Teller kaputt gegangen. Erhitzen sollte man das Geschirr nicht, man muss sich aber keine Sorgen bei heißen Getränken oder Speisen machen. Bambusgeschirr ist lebensmittelsicher, es hat keine Beschichtung und es kann somit nichts von den Bestandteilen ins Essen gelangen.

So haben wir nun eine tolle Alternative zum Melamingeschirr gefunden. Bambusgeschirr ist größtenteils natürlich und auch wunderschön anzusehen. Ich kann nun wieder ruhigen Gewissens Speisen servieren und die Kinder können leicht mit den Tisch eindecken helfen.

Den minimalen Bestandteil von Harz kann ich nun besser verschmerzen, als in Melamingeschirr pur. Das absolute Optiumum habe ich leider noch nicht gefunden. Wahrscheinlich essen vom Bananenblatt. Das müsste dann aber auch demeter sein 😀

Ich bin selber ganz verliebt in die schönen Teller. So gibt es diese einfarbig ganz bunt oder pastell oder von einem anderen Hersteller mit schönen Motiven darauf. Sie stehen dem Melamingeschirr in nichts nach und sind sogar fast vollständig recyclebar.

Unsere Favoriten

Ich habe mich zum einen für Zuperzozial-Geschirr entschieden. Das bekommt ihr hier:

Grüner Store

Capventure

Das Geschirr von Zuperzozial ist einfarbig wunderbar im Set aufeinander abgestimmt. Wir lieben es sehr und auch ich selbst trinke gern aus den Bechern.

Zum anderen lieben wir die Becher, Schüsseln und Menüteller von Love mae. Diese gibt es direkt im Shop. Love mae bietet noch viel mehr richtig schöne Motive zum Verlieben an. So macht das Anrichten von schönen Speisetellern für die Kinder wieder richtig Spaß.

Schaut gern auch hier. Da habe ich genauer über Bambusgeschirr geschrieben.

Gemütlichkeit in Herbst und Winter

(Werbung mit Herz) Jetzt ist es soweit. Es ist Herbst. Gerade eben sitze ich mit einem warmen Kakao und kuschligen Stulpen aus Merinowolle auf meinem weichen Lammfell und beginne diesen Blogpost über Gemütlichkeit in der kalte Jahreszeit. Dabei weiß ich noch nicht einmal, wie dieser Artikel hier enden wird.

Heute habe ich mir genau darüber Gedanken gemacht. Was bedeutet für mich Gemütlichkeit und was nicht und was spielt alles eine Rolle. Was muss stimmen, damit man es auch mit quirligen Kindern gemütlich haben kann?

Ok. Jetzt ist es abends. Da fällt es mir tatsächlich leichter, weil hier Ruhe ist. draußen ist es dunkel und ich bin allein nur für mich verantwortlich. Ich kann entscheiden, was ich mache. Ob ich nur dasitze und Musik höre oder ob ich stricke oder oder oder.

Tatsächlich ist Gemütlichkeit für mich mehr als eine Tätigkeit. Viel mehr. Für mich beginnt sie mit der richtigen Kleidung und die wähle ich immer entsprechend der Verfassung, ob mit oder ohne Kinder. Ganz egal. Hauptsache ist, dass nichts einschneidet, dass sie warm ist, dass ich mich gut darin bewegen kann und dass sie aus natürlichen Stoffen besteht. Mein absolutes Lieblingsoutfit sind momentan ein weißes Langarmshirt und eine schwarze Leggins aus Baumwolle, eben genannte Stulpen, da ich in der Wohnung immer barfuß gehe und eine Tunika aus 100% Merino-Schurwolle (kbT) vom Finkhof. Eine richtige Traumkombination an kalten Tagen mit und ohne Kindern.

Kleiner Exkurs zum Finkhof: eine ganz vielseitige Schäfereigenossenschaft mit unglaublich vielen natürlichen Produkten im Shop (auch online). Was Schafe eben alles zu bieten haben: Wolle, Stoffe, ökologische Kleidung, Kosmetik, Felle, Naturmatratzen und sogar Schmusetiere aus Schafwolle.

Und auch die Kinder tragen seit ich denken kann immer gemütliche Kleidung hier zu Hause und auch im Waldkindergarten. So haben wir eigentlich ausschließlich WolleSeideKleidung oder Knickerbocker von Petit Cochon an. Jeans tragen sie so selten, dass uns immer schon die Oma „richtige“ Hosen schenken will, die wir dankend ablehnen, weil sie in denen einfach nicht so beweglich sind. Auch außer Haus (Musikschule und Co.) lassen die zwei Großen am liebsten ihre gemütlichen Hosen an 🙂

Weiterhin unablässig sind schöne Orte zum Verweilen in der Wohnung. So sitze ich eben gerade an der Heizung auf einem Lammfell. Dieses wärmt so wunderbar natürlich von unten und schmiegt sich an meinen Körper an. Herrlich. Es ist ein ganz anderes Sitz- und Liegegefühl. Außerdem wohl das weltbeste Geschenk überhaupt (Weihnachten naht in großen Schritten). Damit kann man einem Nichtveganer ganz sicher eine große Freude machen. Schaut doch dafür gern mal beim Lammfellhaus vorbei.

Kleiner Exkurs zum Lammfellhaus: Dort findet ihr verschiedenste Tierfelle aus unterschiedlichsten Regionen unserer Erde. Ich habe mich für ein englisches Lammfell entschieden, da es sehr weich und flauschig ist. Genau das richtige für unser gemütliches Zuhause. Eine Fellpflegebürste gibts direkt dazu.

So lümmeln tagsüber auch Hanna, Luis und Henri sehr gern drauf, schauen Bücher an oder verweilen einfach nur mal kurz. Es ist in unserem Wohnzimmer ein richtiger Magnet geworden. Und wenn es die Kinder gemütlich finden, dann ich auch.

So wie in unserem Familienbett. Gerade jetzt, wenn es im Schlafzimmer so richtig kalt ist und ich unter die flauschige Bettdecke gekuschelt meinen kleinen warmen Henri spüre, der neben mir liegt und schläft, während ich im Lichterschein des Nachtlichts sein entspanntes Gesicht beobachte. Das ist einfach nur schön. Auch hier lege ich sehr viel Wert auf Natürlichkeit – Kissen mit verschiedenen natürlichen Füllungen, Kamelflaumhaardecken und Bettwäsche aus kontrolliert biologischem Anbau sind dabei meine Favoriten.

Hier könnt ihr mehr zu unserem Familienbett lesen.

Und hier zu unserer gesunden Schlafumgebung.

Gemütlich mag ich es auch, wenn es mollig warm ist im Kinderzimmer und wir spielen und bauen alle etwas aus Holzbausteinen zusammen auf dem Teppich, was sich momentan eher schwierig erweist, da Henri „bauen“ noch mit wieder einreißen assoziiert. Aber wenn wir da alle so zusammen sitzen uns wir kleine Bauwerke ertüfteln oder uns eine neue Kugelbahn ausdenken und ich sehe, welch Kreativität in den Köpfen der Kinder steckt, finde ich es überaus gemütlich und mag den Ort am liebsten ganz lange nicht verlassen. Grad im Herbst und Winter ist es an ungemütlichen Tagen nämlich schwierig, die Kinder drin entspannt zu beschäftigen und sich dabei selbst auch noch wohl zu fühlen.

Licht in seiner reduzierten Form ist für mich auch unheimlich gemütlich. Kerzen werden bei uns aktuell nur unter Aufsicht zum Frühstückstisch angezündet, was dem Ganzen so ein bisschen den Zauber nimmt, aber ich liebe eben den Duft von Bienenwachskerzen und genieße dann zumindest 15 Minuten am Morgen diese unglaubliche Stimmung, wenn draußen der Tag erwacht und ich den Waldrand beobachte, an dem sich die ersten orangenen Sonnenstrahlen von der gegenüberliegenden Morgensonne zeigen.

Abends habe ich hier immer ganz wenig Licht an. Im Advent eigentlich nur den Herrenhuter Stern in unserem Dreiecksfenster. Dieses Licht reicht mir völlig und entspannt meine Seele noch viel mehr, wenn alles hier in so warmes Licht getaucht ist.

Außerdem liebe ich Düfte. So hat man bei uns oft den Duft von ätherischem Öl in der Nase. Dabei bevorzuge ich an grauen Tagen Düfte wie Mandarine, Orange und Grapefruit. Am Abend ist es oft eine Mischung aus Lavendel und Vanille, welche beide eine wunderbar beruhigende Wirkung haben. Die ätherischen Öle dürfen auch in er Badewanne nicht fehlen. So mische ich dann gern 10 Tropfen Lavendel mit einem guten Schuss Sahne und gebe diese Mischung ins Badewasser der Kinder. Das entspannt sie und ihre Haut wird mit der Sahne gleichzeitig richtig schön gepflegt.

Einige weitere Rezepte findet ihr hier.

Aber auch der Duft von Bratäpfeln, frisch gebackenem Apfelkuchen oder gebrannten Mandeln darf hier nicht fehlen und dürfte am liebsten täglich durch die Wohnung ziehen.

So ist einfach alles das Gemütlichkeit für mich, was meine Sinne anspricht. Es erdet mich, wenn ich warme Füße habe, wenn ich etwas „echtes“ um mich herum habe, Natürlichkeit spüre und lebe. Es beruhigt mich und lässt mich in meiner Mitte verweilen, Kraft tanken und meine Wurzeln spüren.

Hier könnt ihr meine Gemütlichkeit nachstöbern und sicher auch das ein oder andere natürliche Weihnachtsgeschenk finden.

Tunika: Finkhof

WolleSeideHosen: Finkhof und Echtkind

Knickerbocker: Petit Cochon

Lammfell: Lammfellhaus

Bettdecken und Kissen: Allnatura

Bettwäsche: Hessnatur

Holzspielzeug: Grimms, Echtkind, Spiel & Klang, Carelino

Bienenwachskerzen: Naturkinder

Ätherische Öle: Feeling, Primavera, Farfalla

Ein bisschen unerzogen, ganz viel bedürfnisorientierte Beziehung und noch viel mehr Herzgefühl

Nun sitze ich hier auf der Dachterrasse und die letzten Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht. Ich hoffe auf eine Erleuchtung, weil mich so viele gefragt haben, wie wir das hier so machen. Mit den Kindern. Den drei Kindern. Und zugegebenermaßen ist das gar nicht so leicht in Worte zu fassen. Aber ich möchte versuchen, die Eckpfleiler unseres Miteinanders zu beschreiben.

Dafür muss ich tatsächlich etwas ausholen, denn es hat sich verändert, seit Henri da ist. Denn als er zu uns kam, fing ich an, mich mit dem Thema „unerzogen“ zu beschäftigen und merkte auch gleicht, dass mich daran etwas reizt. Gleich hier zu Beginn möchte ich erwähnen, dass „unerzogen“ nicht unsere einzige Richtung ist, denn niemals lasse ich mich von Wegen anderer vereinnahmen. Niemals gehe ich Wege anderer. Ich kann immer nur meinen Weg mit meinem Ich gehen. Verschiedene Richtungen formen mich und unseren Weg und ich nehme von ganz vielen Inspirationsquellen immer nur die Blumen mit, die ich an meinem Wegesrand schön finde. Ich möchte Blumen sähen und sehen, die mir gefallen und die sich stimmig anfühlen. Dabei bin ich immer selbstreflektiert und schaue natürlich auch darauf, welche uralten Muster sich eingeschlichen haben und ich gern verabschieden möchte. So habe ich einiges auf meinem Weg zurück gelassen, nehme und trage aber so vieles weiter mit mir.

Der Umgang mit den Kindern

Jeden Tag versuche ich eine faire Mama zu sein. Das ist tatsächlich mein Tagesziel, denn den Gerechtigkeitssinn trage ich schon ganz ganz lange mit mir spazieren und es tut mir gut, wenn ich am Ende des Tages sicher weiß, dass ich heute zu jedem der drei einfach fair war. Dabei übertreibe ich es nicht mehr, denn perfekt kann ich es auch hier nicht machen. Perfekt ist eh nicht mehr mein Ziel. Diesen Stein habe ich ganz schnell liegen lassen. Er war mir zu schwer. Dafür habe ich die Feder der Leichtigkeit zu mir genommen und versuche, nicht mehr alles so ernst zu sehen. Was aber nicht bedeuten soll, dass mir alles wurscht ist und ich mit Kopfhörern und lauter Musik hier durch den Tag wandle. Nein. Ich versuche einfach nur, nicht mehr aus allem ein Drama zu machen und wenn mal einer der drei hier ein Drama macht, dann bin ich da und es ist auch schnell wieder vergessen, sobald es fürs Kind okay ist.

Weiterhin habe ich gespürt, dass wenn ich mit den Kindern kooperiere, dass sie dann auch mit mir kooperieren. Dafür braucht es zwar auch manchmal tausend Worte, aber wie sollen sie auch die Welt verstehen, wenn wir sie ihnen nicht erklären. Und trotzdem wird es oft Frust auf beiden Seiten geben. Dieser Frust ist wichtig und ich versuche diesen so gut es geht zu begleiten. Natürlich gelingt mir dies auch nicht immer gleich gut. Das hängt ganz an meiner Tagesform und wie arg mich vielleicht einanderes Thema beschäftigt oder gar ärgert.

Wichtig ist mir stets, dass ich auf Augenhöhe mit ihnen bin und nicht einfach nur „nein“ sage. Denn ein starres Nein ist wie eine riesig dicke Mauer. Jeder Wunsch wird hier gehört und gesehen und wir überlegen gemeinsam, wie wir es dann machen. Gern gebe ich Argumente vor und wenn einer ein gutes Gegenargument hat, ist es okay und dann ändere ich auch sehr gern meine Blickrichtung, denn mir ist viel daran gelegen, dass sie mich als Weggefärtin wahrnehmen und nicht als sarken Baum mit dickem Stamm. Ich habe mich dagegen entschieden, die Anführerin zu sein. Ich möchte nichts in sie hinein trichtern, was sie zu „meinen“ Kindern macht. Sie sind in diesem Sinne nicht meine Kinder. Sie sind Schmetterlinge, die neben mir her fliegen und kommen und gehen. Ich kann sie nicht einfangen und seit ich das so lebe, funktioniert hier einiges so viel besser.

Und klar gibt es Stolpersteine auf diesem Weg und ja, vielleicht fällt auch mal ein Baum um und versperrt uns unseren Weg. Aber das ist okay und das darf sein und unsere Bindung und Beziehung wird dadurch stärker, dass wir gemeinsam überlegen, ob wir über diesen Baum drüber hinweg klettern oder drumherum gehen und uns Wurzeln oder die Krone einmal genauer betrachten.

Ich weiß, das klingt alles sehr metaphorisch und weit her geholt. Wenn ihr aber ein bisschen Phantasie besitzt, wisst ihr, was ich meine. 

Wir wollen hier einfach nur miteinander leben. Nicht mehr und nicht weniger. Hand in Hand. So ruhig wie dieser Abend gerade ist und so wundervoll diese Natur da außerhalb dieser Dachterrasse, ist auch das Leben und die zwischenmenschliche Natur mit unseren Kindern. Nichts ist wichtiger als die Geborgenheit des Seins. Und wenn wir verstehen, dass diese kleinen Dinge, die uns ärgern und wütend machen, auf die meinetwegen 18 Jahre so minimal sind, dass werden wir auch verstehen, dass es sich nicht lohnt, da immer ein großes Ding draus zu machen. Ja, ich schweife ab, aber das war mir gerade wichtig, zu erwähnen. Ich visualisiere mir dieses Sinnbild oft. In welchem Verhältnis stehen nun diese 10 Minuten Ärger mit der Zeit, die wir mit unseren Kindern haben?

Der Umgang mit Medien

Auch dieses Thema hänge ich nicht so hoch auf, weil es völlig normal ist, dass Kinder auch mal in die Welt blicken wollen. Und sei es nur der Trickfilm der sprechenden Hunde und Flugzeuge. Na klar ist das Maß entscheidend, aber dies ist von Familie zu Familie unterschiedlich und jede Mama darf und soll es jeden Tag so machen, wie sie es für okay empfindet. Da gibt es kein richtig und falsch.

Hier bei uns ist es so, dass Hanna und Luis abends 30-60 Minuten fern schauen. Je nach Wetter und je nach Laune. Auch sie haben schwierige und leichte Tage und manchmal ist der Fernseher eben mein bester Freund, in dem er die Kinder etwas entspannen lässt, wenn sie sich in andere bunte Welten beamen und teilweise richtig mit dabei sind. Das ist okay für mich und wir sprechen oft und gern über das Gesehene. Niemals würde ich sie komplett alleine schauen lassen. Ich bin immer umher. Es sei denn sie schauen die Sendung zum hundersten Mal. Außerdem kann ich mich bei den bunten Hunden und Flugzeugen darauf verlassen, dass sie vor nichts Angst haben müssen. Also habe ich es zeitlangs so gehandhabt, dass ich sie nachmittags 30 Minuten habe schauen lassen, während ich Henri hingelegt habe. Das war wertvoll für mich, weil ich so die nötige Ruhe für den Kleinen hatte. Mittlerweile schläft Henri nur noch vormittags und schaut abends einfach so ein kleines bisschen mit. Er liebt Tiere und freut sich, wenn er sie im Fernseher sieht. Ja na klar und es entspannt hier auch manchmal die Situation. Wenn beide völlig durch sind vom Vormittag, weil im Kindergarten wieder viel passiert ist, dann dürfen sie auch mal etwas länger schauen.

Der Umgang mit dem Essen

Hier darf jeder so viel oder wenig essen, wie er möchte. Es wird ihnen nichts hineingestopft, gezwungen oder auch aufgequatscht. Wenn sie so gar nichts essen, schaue ich zwar manchmal schräg, aber dann sind meist die zwei Bananen am Nachmittag Schuld. Auch in Ordnung. 

Wie sollen Kinder anders Hunger kennen und einschätzen lernen, wenn ich sie dahingehend manipuliere?

Gutes Stichwort. Manipulation. Gibt es hier nur in geringem Maße und bevor jetzt alle aufschreien, erkläre ich euch, was ich damit meine. Wenn logische Konsequenzen folgen, dann ist es auch eine Art von Manipulation. Keine von mir auferlegte, aber dennoch wird sich das Verhalten des Kindes dann ändern. Es wird sich dadurch anpassen und dies finde ich so oft grenzwertig. Möchte Luis zum Beispiel noch gern draußen bleiben, ich aber hoch gehen, weil es schon spät ist und ich das Abendessen vorbereiten möchte, dann hat er die Wahl, alleine unten zu bleiben oder mit hoch zu kommen. Es beeinflusst ihn in seinem Wunsch, wenn ich hoch gehe. Jeder Tag endet nun mal und irgendwann wird es dunkel. Das ist somit eine logische Kosequenz mit der er leben muss und solche gibt es nun mal viele. 

Ich möchte ihnen das Leben und die Natur zeigen, achtsamen Umgang mit den Lebewesen und auch die Gezeiten der Meere. Was ich nicht möchte, ist sie formen wie ein Stück Ton. Dies macht meiner Meinung nach die Manipulation. Sie arbeitet nah am nicht vorhandenen Gewissen der Kinder, lockt den Gehorsam und versucht mit intriganten Spielchen, sich die Kinder zu ihrem zu machen. Da bekomme ich schon Beklemmungen, wenn ich es schreibe.

Der Umgang mit Unausweichlichem

Mir sind ein paar Dinge wichtig, die unausweichlich für sie sind. Meine persönlichen Grenzen sozusagen. Und die hat jeder und darf auch jeder haben. Auch meine drei sollen kennenlernen, dass jeder Mensch diese Grenzen besitzt und sollen sie für sich selber auch erkennen. Und sie sollen lernen für ihre Grenzen eingestehen. Meiner Meinung nach können sie das nur, wenn ich es ihnen vorlebe und dazu gehört eben auch eine gute Portion Konsequenz. Wenn dies jetzt auch nicht zu „unerzogen“ passt, passt es jedoch zu mir und meiner Philosophie vom gemeinsamen Leben mit Kindern.

So glaube und spüre ich, dass es für uns 5 in der Familie sehr wichtig ist, Routinen zu haben. Wir haben abends eine gewisse Bettroutine, an der es nur in aller größten Ausnahmefällen vorbei geht. Dazu gehören ganz simpel: waschen, Zähne putzen, Ohren und Nase säubern und in den Schlafanzug hüpfen. Bis vor einiger Zeit war es ein festes Ritual nach dem Abendessen und vor dem Sandmann. Mittlerweile lassen wir das Ritual sogar auch oft vor dem Fernseher stattfinden. Meistens dann, wenn sie auch vorm Fernseher gegessen haben. Ich weiß, dass sie am Tisch sitzen und essen können, also finde ich es nicht schlimm, wenn sie gemütlich auf dem Sofa sitzen. Ich habe keinerlei Ängste, dass sie es verlernen, gerade zu sitzen und aufrecht zu essen. Im Gegenteil, ich gestehe mir auch gern mal ein Mahlzeit fern vom Tisch zu, warum ihnen dann nicht auch?

Ansonsten haben wir kaum feste Routinen, die mir enorm wichtig sind und an denen ich festhalte. Vielleicht ist das auch der Grund, dass sie dieses von mir gegebene Abendritual so freiwillig mitmachen.

Bei anderen unausweichlichen Dingen erkläre ich kindlich und dann ist das einfach so. Je überzeugter ich bin, desto mehr „glauben“ es mir die Kinder und nehmen es in sich auf. Sie vertrauen meiner Aussage als Mama.

Der Umgang mit Aggression

Oft werde ich gefragt, wie ich mit Aggressionen untereinander umgehe. Da es nun ja doch drei Kinder sind, passiert es hin und wieder, dass sie sich streiten. Vor allem die großen zwei. Und oftmals dann, wenn es im Kindergarten am Vormittag sehr anstrengend für sie war. Was ich aber auch unter keinen Umständen dulde, ist Gewalt unter ihnen. Ein Streit ist nicht automatisch Gewalt und oft lasse ich sie ihre zwischenmenschlichen Kinderrivalitäten ausleben, frage oft nur „Braucht ihr mich?“ und versuche dann ganz neutral zu bleiben. Kommt es aber zu körperlichen Übergriffen gehe ich einfach nur mit meinem Körper dazwischen. Ich trenne sie dann meist wortlos. Tröste den, dem es weh tat und gut. Mehr nicht. Meistens besprechen wir es später nocheinmal, dass es ungut ist, dem anderen weh zu tun. Da Hanna und Luis im Oktober erst 4 werden, können sie in Stresssituationen noch gar nicht besonnen reagieren. Dieses Gehirnareal fängt gerade an, sich auszubilden.

Wird einer hier jedoch stark übergriffig und versucht seine Kräfte an Schwächeren auszuprobieren, weil er sich dies bei den großen Jungs im Kindergarten abgeschaut hat, werde ich sauer. Ich dulde niemals ein Malträtieren von Schwächeren nur zum Spaß. Da kann es auch schon mal passieren, dass ich sehr laut werde und den Ärgerer raus schicke. Und trotzdem werde ich später mit ihm (meist ist es tatsächlich Luis) darüber reden. Klar sind Jungs oft körperlicher als Mädchen. Und trotzdem möchte ich, dass er lernt, sich anders mitzuteilen und dass er das, was er da beobachtet, nicht als einzige Wahrheit sieht, wie man sich verhält.

Der Umgang mit eigenen Fehlern

Reagiere ich mal sehr emotional, weil mich etwas wütend, sauer oder traurig macht oder weil ich die Kraft in meiner Hand nicht gut steuern kann und es passiert, dass ich aus Versehen im Groll zu stark an einen Oberarm zufasse, dann entschuldige ich mich natürlich von Herzen und erkläre, was da in mich gefahren ist und warum ich so reagiert habe. Denn ja, auch ich bin nur ein Mensch und auch mir passieren Fehler. Das dürfen sie gern sehen. Sie dürfen sehen, wie ich dann damit umgehe und für sich lernen.

Der Umgang mit Entschuldigung

Auf der anderen Seite ist es mir auch immer schon wichtig gewesen, dass sie sich bei dem anderen entschuldigen, wenn sie ihm weh getan haben oder ihn trösten, wenn er sich weh getan hat. So haben sie ganz lange dieses „Ritual“ verinnerlicht: pusten, streicheln, Küsschen geben. Warum auch immer. Wahrscheinlich habe ich es irgendwann mal in einer aufnahmefähigen Phase so gemacht und sie haben es sich gemerkt. Daran sieht man, wie Kinder so „ticken“. Auch schon die ganz ganz kleinen. Man zeigt ihnen was und wenn sie gerade das Fenster dafür geöffnet haben, nehmen sie es in sich auf. Ganz ohne Zwang, Druck und Dressur. Ist das nicht schön und wertvoll?

Der Umgang mit Bitte und Danke

Um die 12 Monate rum gibt es mal eine Phase, da spielen die meisten Kinder geben und nehmen. Genau da habe ich damals bei Hanna und Luis und auch vor kurzem bei Henri angesetzt und habe das Geben und Nehmen mit diesen Worten verknüpft. Und auch im Alltag kann ich nur das beste Vorbild sein. Alles andere ist Dressur und wenn ich etwas gar nicht will, dann ist es das. Nein, hier muss niemand auf Teufelkommraus Bitte und Danke sagen. Denn meiner Meinung nach soll es wenn, dann von Herzen kommen und gut. Mehr Wertung messe ich diesen zwei Worten nicht bei. 

Wenn man nämlich dem Kind beibringt, dass es die Dinge nur dann bekommt, wenn es das Zauberwort sagt, stelle ich einen ganz unguten Bezug zum Bitte her. Denn dann fängt das Kind an zu glauben, dass es nur „Bitte“ sagen muss und schon bekommt es alles. Das ist nun aber eben nicht immer realisierbar. Das Bekommen/Nichtbekommen hat ja nichts mit dem Wert per se zu tun, oder? 

Was mir in dem Zusammenhang jedoch schon wichtig ist, dass sie wissen, dass wenn sie freundlich fragen es schon einen Unterschied macht, wie wenn sie brüllend auffordernd nach Schokolade verlangen.

Der Umgang meines Mannes mit den Kindern

Viele fragten auch, wie mein Mann das so macht und ob er sich verändert hat, was das „ungezogen/bedürfnisorientierte“ anbelangt. Ja. Hat er. Er reflektiert nun mehr für sich und wir diskutieren sehr viel mehr über Uneinigkeiten. In unguten Momenten reicht es schon, wenn ich ihn „abhole“ und ihm meinen Lieblingssatz ins Ohr flüstere: „Sei kein Arsch zu deinem Kind.“ Oftmals braucht er dann seine Ruhe und danach gehts wieder.

Uneinigkeiten besprechen wir, messen dem aber auch keinen hohen Wert bei. Meistens sehen wir es aber schon sehr ähnlich. Mein Joker ist immer mein Pädagogikstudium und meine intensive Auseinandersetzung mit dem ganzen Kram 😉 da hat er meist kein Gegenargument mehr. Er probiert viel aus, handelt aber oftmals aus dem Bauch heraus. Und das macht er gut. 

In den wesentlichen Grundgedanken unserer Elternauftrages stimmen wir überein und das gibt uns hier sehr viel Ausgeglichenheit im Familienalltag.

Jeder darf hier anders sein und es anders machen. So wie ich die drei nicht dressieren will, dressiere ich auch meinen Mann nicht. Es wird immer im Leben so sein, dass Kinder auf verschiedene Charaktere und Lebensweisen treffen und wenn sie jetzt lernen, dass es überall anders ist, haben sie es für später schon in sich und werden nicht mehr so arg aus ihrer Bahn geworfen

So, das wars nun erst mal von meiner Seite des Weges und der Blumen am Rand. Ich habe gerade meine Landschaft beschrieben, die ich gerade sehe und falls ich etwas vergessen habe, dürft ihr mich gern fragen. Vielleicht sammle ich wieder ein bisschen und schreibe dann darüber meinen nächsten Text. Jetzt ist es aber mittlerweile schon dunkel geworden und ich kann nur die Grillen zirpen hören. Da das für euch aber nicht so spannend ist, schreibe ich eben wann anders weiter. Wenn ich meinen Weg weiter gelaufen bin und vielleicht sogar neues am Wegesrand und drumherum entdeckt habe.

Gute Nacht. (22:15 Uhr)

Wie wir das Familienbett leben

Als wir vor 3 Jahren in diese wunderschöne Wohnung hier gezogen sind, war mir klar, dass in dem kleinen Zimmer, welches nur 2,80m breit ist, irgendwann mal ein Familienbett stehen wird. Vor 2 Jahren dann war es soweit und ein Schreiner in Österreich baute uns dieses herrlich große Bett mit einer Liegefläche von 2,40m x 2,00m. Links und rechts ließen wir jeweils 20cm Platz, um vielleicht etwas abzustellen etc.

Von da an kamen die Zwillinge regelmäßig zu uns ins Bett gekrabbelt. Am Anfang holten wir sie noch, seit etwa einem Jahr kommen sie von ganz allein rüber und kuscheln sich zu einem von uns. Dennoch handhaben wir es so, dass sie abends in ihrem Bett einschlafen (lest gern Unsere gesunde Schlafumgebung ). Das ist unumgänglich seit Henri auf der Welt ist, denn er schläft tatsächlich neben mir, was bzgl des Stillens unglaublich viele Vorteile hat. Würden alle zusammen im großen Bett einschlafen, wäre das gar nicht so einfach.

In ihrem Bett geht das ganz wunderbar. So lesen wir vorher noch eine Geschichte, dann sage ich beiden jeweils „Gute Nacht“ mit drücken und Küsschen und dann singe ich beim Hinausgehen ein Wunschlied. Und während ich so singe, ziehe ich Henri den Schlafsack an und gehe dann mit ihm ins Schlafzimmer und stille ihn im Bett in den Schlaf.

Und wenn es dann nachts leise tapst, finde ich das so friedlich und wunderschön, dass ich gern mehr als nur zwei Seiten zum ankuscheln hätte 🙂

Und auch von Seiten der Kinder kann es doch nichts schöneres geben, als zu wissen, dass sie jederzeit in die warme geborgene Höhle der Eltern kriechen dürfen? Welch großes Glück verspüren sie wohl?

Morgens gemeinsam aufwachen und in die verschlafenen lächelnden Kindergesichter zu blicken, ist einfach das größte Glück für mich.

In unserem Familienbett lege ich wert auf Naturbettwaren von Allnatura und Co. So genießen wir auch hier die tollen Kamelflaumhaarbettdecken in Übergröße und diverse verschiedene Kissen.

Und solange unsere Kinder mögen, dürfen sie gern jede Nacht zu uns kommen und weiter träumen, denn wie schnell wird es vorbei sein 😦

Gesund schlafen – unsere Schlafumgebung

(Werbung) Dieser Blogpost ist das Pendant zum Artikel: Gesund schlafen – unsere Routine

Denn heute soll es nicht um die Routine gehen. Nein. Heute möchte ich euch mal unsere (neue) Schlafumgebung im Kinderzimmer vorstellen. Lange Zeit hatten wir nun die kleinen Betten, in denen Hanna und Luis bereits als Babys lagen – mit Gitterstäben. Irgendwann nahm ich diese raus bzw ganz ab und ersetzte sie durch einen Rausfallschutz. Jetzt war es aber so, dass Luis in dem 70x140cm Bett kaum mehr in Ruhe schlafen konnte, weil er sich so arg bewegt im Schlaf. Also stand der nächste Schritt zu größeren Betten an inklusive Matratze.

Das Bett

Die Kinderbetten wurden uns von www.zwergenmoebel.de gefertigt. Dabei habe ich mich für die Option Wunschbett entschieden und habe Dirk eine Skizze gemalt. Diese hat er in Nullkommanix umgesetzt und schwups waren unsere Betten fertig. Dirk hat mich sogar per WhatsApp beim Produktionsprozess teilhaben lassen, was ich sehr spannend fand. Man kann sich Größe und Holz der Betten übrigens aussuchen (einfach mal im Onlineshop stöbern). Ich habe mich für Fichte aus dem Zillertal entschieden, denn ich wollte tatsächlich ein geruchsneutrales Holz. Zirbe wäre an sich auch schön, jedoch zahlt man für dieses hochexklusive Holz einen Aufpreis und es riecht sehr intensiv und sehr lange. Weiter unten schreibe ich euch von einer Alternative zu Zirbenholzbetten.

Das Fichtenholz ist völlig unbehandelt. Das war mir deshalb wichtig, weil ich absolut keine unnatürlichen Geruchsstoffe haben wollte, die Hanna und Luis einatmen könnten.

Der Versand ging super schnell, innerhalb von einem Tag waren sie hier bei uns und mein Mann hat sie tatsächlich in kürzester Zeit aufgebaut. Die Lattenroste habe ich separat wo anders gekauft.

Die Matratze

Auch bei der Matratze achte ich auf höchste Naturqualität. So habe ich mich für eine Wendematratze aus latexiertem Kokos und Naturkautschuk entschieden, da diese sehr lange im Einsatz bleibt. Zu Beginn wird die Kokosseite nach oben gelegt, da diese schön fest und für Kinder ideal ist. In 5 bis 7 Jahren werde ich die Matratze umdrehen und habe für unsere Schulkinder genau den richtigen Liegekomfort mit der Naturkautschukseite, die etwas weicher ist.

Die Matratze selber wurde in München produziert. Der Naturkautschuk sowie die Kokosfasern kommen aus Sri Lanka. Und natürlich war mir wichtig, dass ich den Bezug abziehen und waschen kann. Dieser ist aus Biobaumwolle.

Gekauft habe ich die Matratze direkt in München bei www.siebenschläfer.de Ein freundlicher Verkäufer mit viel Wissen um alle möglichen Themen rund um das natürliche Schlafen. Und auch, wenn man in dem Verkaufsladen steht, ist es eine wohlige Atmosphäre und man ahnt schnell, was es ausmacht, NATÜRLICH zu schlafen.

Warum Naturkautschuk?

Zum einen, weil es natürlich ein Naturprodukt ist und zum anderen, weil die Produktion umweltfreundlich, nachhaltig und energiesparend ist.

Warum Kokos?

Kokos bietet eine hervorragende Atmungsaktivität und eher feste Liegeeigenschaft, was für leichte Menschen (in unserem Fall Kinder) perfekt ist.

Als wir die Betten aufgebaut und die Matratzen hineingelegt hatten, habe ich sogleich den Liegekomfort getestet und ich war positiv überrascht. Angenehm fest und die Matratzen riechen gut – nach Natur halt.

Das Kopfkissen

Unsere Kopfkissen sind aus Rosshaar, weil dieses sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne dass es sich feucht anfühlt. Luis schwitzt im Sommer schneller und deshalb ist es somit ideal für ihn. Außerdem habe ich mich für Flachkissen entschieden, weil Hanna und Luis sehr gern auf dem Bauch schlafen. Das Rosshaar ist chemisch unbehandelt und schadstoff geprüft, was mir sehr wichtig ist, wenn ich meine Kinder jede Nacht circa 10 Stunden mit dem Gesicht darauf schlafen lasse. Diese Kissen sind von www.allnatura.de

Die Bettdecke

Unsere Kamelflaumhaardecken im Familienbett habe ich lange Zeit getestet und für die besten Decken empfunden. So war klar, dass ich auch für unsere Kinder solche Kamelflaumhaardecken kaufen werde. Denn auch das Kamelflaumhaar ist wunderbar temperaturausgleichend und atmungsaktiv. Als ich mich damals das erste mal in eine solche Decke eingekuschelt habe, schmiegte sich diese an mich und ich liebte es.

Wichtig war mir, dass die Kamele für diese Wollhaare nicht geschoren werden. Die Tiere verlieren dieses Flaumhaar regelmäßig, sodass es dann einfach nur aufgesammelt werden kann. Kein Tier wird also gequält.

All unsere Kamelflaumhaardecken habe ich bei www.allnatura.de gekauft – immer die Kombi-Variante. So kann ich im Herbst zwei Decken zu einer warmen zusammen binden und habe im Sommer aber eine leichte Version.

Die Bettwäsche

Und auch bei der Bettwäsche lege ich höchsten Wert darauf, dass sie ungebraucht und ungefärbt ist, denn die Kinderhaut nimmt Schadstoffe 10 mal intensiver auf, als unsere Erwachsenenhaut. Deshalb ist mir völlig egal, dass keine Motive drauf sind – hier zählt für mich einzig der gesunde ökologische Aspekt.

Im Sommer beziehe ich eine glatte Bettwäsche aus Baumwolle, im Winter sind die Bettdecken und das Bettlaken mit einem hochwertigen Flanell bezogen.

Auch hier habe ich bei www.allnatura.de eingekauft 🙂

Das Zirbelkissen

In all unseren Betten liegen kleine Kissen (im Familienbett eine lange Bettschlange) mit Zirbelspäne befüllt. Das sorgt für einen wunderschönen wohligen Duft und unterstützt einen gesunden Schlaf. Wir lieben diese und schnuppern regelmäßig ganz intensiv dran. Und wo kann man Zirbelkissen besser einkaufen, als in Österreich bei www.zirbelkind.at

Seit ich die Kinderzimmer umgestaltet habe und die neuen Betten da sind, spielen Hanna und Luis viel lieber in ihrem Kinderzimmer und tatsächlich höre ich nachts kein Rumpeln mehr von Luis, der sich nun frei in seinem großen Bett bewegen kann.

Alles in allem ist mir wichtig, dass meine Kinder keinerlei Schadstoffe einatmen bzw. über ihre Haut aufnehmen. Und da sie jede Nacht 11 Stunden in ihren Betten schlafen, habe ich das konsequent durchgezogen. Ja, auch der Schlafanzug ist derzeit Frottee aus Biobaumwolle.

Zähne putzen mit Zwillingen und Baby

Letztens fragte mich unser Zahnarzt, wie es denn so mit Henri ist und ob ich denn irgendwie die Möglichkeit hätte, so ein bisschen an seine Zähne ranzukommen.

Ähm ja, er macht den Mund auf und freut sich, wenn die Zahnbürste seine Zähne kitzelt. Klar habe ich es mit ihm etwas einfacher, weil er ja bei den Großen sieht, was sie da tun und dass man das tut: dieses Ding mit kitzeligen Borsten vorn dran in den Mund stecken und irgendwie rumschrubben 🙂

Nein, im Ernst. Der Beginn der Zahnputzzeit war bei allen Kindern bisher relativ entspannt, was ich schön finde. Denn da spüren sie, was es ist: dramatisch, angstvoll, entspannt, lustig … und das begleitet sie dann auch weiter.

Und ich hab mit meinen drei gemerkt, dass es immer so ein bisschen auf meine innere Haltung in dem Moment ankommt. Haben wir Zeitdruck, wie morgens, gehts weniger gut. Sind wir abends entspannt alle im Bad und war die Situation auch vorher ausgeglichen, funktioniert vieles eh viel besser.

Wie läuft es bei uns ab?

Morgens putzen wir direkt nach dem Frühstück, sodass es gar nicht erst in Vergessenheit gerät.

Auch abends nach dem Abendessen im Bad gibt es einen immer gleichen Ablauf. Gesicht vorsichtig waschen, Nase und Ohren reinigen, Schlafanzug anziehen und dann die Zähne putzen. Zunächst putze ich vor, danach dürfen die Kinder selber putzen. Das funktioniert bisher wirklich gut und wird auch so akzeptiert. Wichtig dabei ist: alles ohne irgendwelche Medien, denn davon halte ich gar nichts. Zähne putzen gehört wie alles andere zum Leben dazu und ich möchte meine Kinder nicht vom Wesentlichen ablenken. Ja, sie dürfen TV, aber eben nicht zum Zähne putzen im Bad per iPad oder ähnlich.

Was mache ich, wenn sie sich mal komplett sträuben?

Luis hat einen starken Willen und wehrt sich oft. Abends ist das immer etwas leichter, weil er gern den Sandmann schauen möchte. Wenn er trödelt (und ich plane viel Zeit ein), kann er eben keinen Sandmann schauen. Das wird von mir nicht als Drohung ausgesprochen. Nein. Aber als gegebene Tatsache und das sieht er dann auch ein. Oft erkläre ich ihnen auch, was mit den Essensresten in ihrem Mund passiert. Dann fragen sie interessiert nach und finden dies auch ziemlich befremdlich. Also machen sie dann gern den Mund auf und lassen sich die Zähne putzen.

Seit die Kinder Zähne putzen habe ich weder mit irgendwas gelockt oder gedroht. Es gehört einfach ganz normal zum Tagesablauf dazu und gut. Ich sehe das Zähneputzen auch selbst nicht als notwendiges Übel und das ist sicher oft auch der springende Punkt im Umgang mit Kindern. Wie sehen wir selbst eine Sache, die wir überzeugend rüber bringen wollen? Wie gehen wir damit um? Was vermittelt dann unsere nonverbale Sprache? Habt ihr schon mal in den Spiegel geschaut, wenn ihr eure Kinder überreden wollt, Zähne zu putzen? Reflektiert ihr eure Sprache in solchen Momenten?

Übrigens können Kinder erst im Schulkindalter motorisch und verständlich die Zähne komplett alleine so sauber putzen, dass sich Eltern keine Gedanken mehr um schlechte Zähne machen müssen. Vorher sind wir also 7 Jahre lang 2 mal täglich gefordert, gemeinsam mit unseren Kindern auf eine gute Mundhygiene zu achten. Viel Spaß dabei 🙂

Sauberwerden geht nicht sauber

Eines der größten Themen im Kleinkindalter (neben der Trotzphase) ist das Sauberwerden. Und dass das nicht so ganz von alleine geht, ist sicher jeder Mama bewusst. Nur wie „macht“ man es als Mama richtig?

Ich sage: gar nicht. Aber nicht, weil wir alle Mamas etwas falsch machen. Nein. Ich denke, wir müssen einfach gar nichts tun, außer unsere Kleinen beobachten, mit ihnen reden und sie in ihrem Sauberwerden akzeptieren.

Jedes Kind ist so individuell darin, wie es auch individuell ist, wann Kinder durchschlafen. Die Schließmuskelkontrolle geschieht nicht etwa bei jedem Kind um den gleichen Zeitpunkt herum. Nein. Es sind ganz viele Faktoren beteiligt, wann ein Kind nun bereit ist, die Windel abzulegen.

Da ich ja Mama von Zwillingen bin, konnte ich zeitgemäß beobachten, wie unterschiedlich es jeweils ist. Während Luis sich schon recht früh (mit circa 13 Monaten) vor dem Baden auf Toilette setzen ließ und jedes Mal auch etwas kam, verweigerte Hanna ganz lange die Toilette. Sie ließ sich zwar 3 Sekunden drauf setzen, wollte dann aber in die Badewanne. Und das war okay für mich.

Hin und wieder sprach ich zu ihr, dass es gut ist, dass sie auf Toilette sitzt, mehr aber auch nicht. Ich schimpfte sie nicht, wenn nichts kam oder aber erst in der Badewanne. Im Gegenteil, ich freute mich für sie, dass sie in warmen Wasser los lassen konnte und es auch bemerkte. Ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Dann kaufte ich irgendwann ein Töpfchen (wohlgemerkt aus Bambus – lässt sich wunderbar vergraben in 10 Jahren) und ließ allem lange lange Zeit. Tagsüber zogen sie sich selbst die Windel aus, als sie knapp 24 Monate waren. Es passierten jedoch immer wieder Missgeschicke und einiges ging daneben. Nicht schlimm. Aufwischen und gut. So tat ich es eigentlich bis diesen Sommer, aber immer mehr und mehr gingen sie ins Bad und pieselten zumindest schon mal NEBEN das Töpfchen. Das große Geschäft wurde immer in einem geschlossenen Raum (bevorzugt Garderobe und Bad) in die Windel gemacht.

Ich erklärte und erklärte immer und immer wieder ruhig, wo das hingehört, was da unten raus kommt und irgendwann fing es an, immer wieder zu klappen. Zuträglich waren da sicher auch die Stoffwindeln, da wir den Stuhlgang jedes Mal nach dem Wickeln gemeinsam zur Toilette schafften und sie spülen durften.

Alles so ganz ohne Stress. Ich trainierte nichts mit ihnen. Wir übten nicht bewusst. Wir ließen uns alle einfach treiben mit dem Thema. Und siehe da, es klappt ganz ohne Windel noch vor dem 3. Geburtstag. Einen anderen Anspruch hatte ich gar nicht bzw. habe ich eigentlich nie keinen gehabt. Wozu auch? Es ist ihr Körper und ich möchte sie dahingehend zu nichts zwingen, weil es einfach nicht in meiner Macht steht, welche Entwicklungsschritte ihr Gehirn und ihr Körper gerade macht.

Hin und wieder wollen sie gern einfach eine Windel drum haben. Aber das eigentlich nur, weil sie in Ruhe spielen wollen ohne ständig auf Toilette flitzen zu müssen. Und ich? Ich gebe ihnen die Windel. Weil es okay für mich ist und weil mir das Wohlbehagen meiner Kinder sehr am Herzen liegt.

Wie denkt ihr darüber???

Kindern spielerisch durch die Trotzphase helfen

Knorke zog vor einigen Wochen bei uns ein. Knorke – das ist der kleine flauschige Maulwurf, der immer nen frechen Spruch auf den Lippen hat und die Kinder regelmäßig nur durch sein Schnüffeln zum Lachen bringt.
Warum er eingezogen ist, lässt sich einfach erklären. Wir befinden uns seit langer Zeit mitten in der Trotzphase und ich suchte nach einer Möglichkeit, die Kinder spielerisch abzuholen, wenn sie sich in ihrer Wut befanden. So hatte ich die Idee, dies mit einer Handpuppe auszuprobieren. Gesagt, getan. Ich entschied mich für den frechen Knorke, da er am besten zu Hanna und Luis passt und bestellte ihn irgendwo im Internet.

Als er ankam, schnüffelte er sich bereits aus dem Paket, was für einen riesen Spaß sorgte. Danach stellte er sich vor und die Kinder waren verliebt.

Handpuppen sind für Kinder etwas ganz besonderes. Sie übernehmen die Rolle eines Freundes, dürfen aber gleichermaßen den Kindern auch viel vermitteln, was durch die Eltern oft nicht möglich ist. So spiele ich mit Stimme und immer wieder kehrenden Sprüchen, die eine Routine an die Handpuppe binden und auch wieder sehr lustig sind.

Das holt Hanna und Luis immer wieder auf ihrer Ebene ab und begleitet sie durch die für uns alle anstrengende Phase. Es klappt erstaunlich gut und sehr schnell, wenn Knorke kommt und schnüffelt. Wenn Luis vorher noch gebrüllt hat, muss er nun unweigerlich lachen und das Eis ist gebrochen. Dann nimmt er Knorke am Pfötchen und kommt mit zurück an den Esstisch, etc.

Oder auch abends die Situation im Bad. Knorke begleitet uns regelmäßig beim Zähne putzen und seitdem er das hin und wieder sogar macht, läuft es wie am Schnürchen.

Knorke ist eine riesen Bereicherung und Erleichterung auch für mich. Mit ihm habe ich einen Zugang zu den Kindern gefunden, den ich vorher nie für möglich gehalten habe. Es funktioniert und das erstaunt mich. Und es freut mich auch für die zwei, weil sie somit auch einen Weg zu mir zurück finden, den sie bisher immer versperrt haben.

Es kann so einfach sein und das für nur rund 30€ 🙂

Habt ihr auch Handpuppen? Wie setzt ihr sie ein?

Gedanken zu Holzspielzeug inkl. Geheimtipp

(Werbung) Plastik oder Holz? Meine Entscheidung war sehr früh klar und ich bin bis auf wenige Ausnahmen (immer Geschenke von anderen) damit sehr konsequent 🙂

Auf der einen Seite steht das günstige Plastikspielzeug, welches schnell kaputt gehen kann, sich fast immer gleich anfühlt, welches mit seinen intensiven Farben zwar jedes Kind lockt, aber auch visuell erschlägt, das meist made in China ist und zusätzlich vielleicht noch grelles Licht und laute, verzerrte Töne von sich gibt.

Bäm. Genau DAS wollte ich für die beiden nicht.

Deshalb finde ich eben auf der anderen Seite Holzspielzeug so wertvoll. Es ist haptisch immer anders, je nachdem, welches Holz verwendet wird und ob es lackiert, lasiert, geölt oder völlig natürlich ist. Gerade unlackiertes Holz duftet doch immer noch ein bisschen nach Wald und Natur. Weiterhin finde ich schön, dass es farblich meist eher zurückhaltend ist und gerade auch die ganz kleinen mit seiner Natürlichkeit nicht erschlägt. Jedes Teilchen ist immer ein bisschen anders und zeigt seine ganz eigenen Strukturen.

Mit Holzspielzeug, welches in sich ruht und jedes Kind ganz natürlich erdet, werden alle Sinne angesprochen.

Seit Anfang an sind Hanna und Luis mit Holzspielzeug umgeben und das wirklich schöne Holzspielzeug ist wirklich rar. So lieben wir verschiedene Firmen, die teilweise sehr bekannt und teilweise noch nicht mal richtig entdeckt sind 😉

Ich hab euch ja vor ein paar Tagen von unserer Schnullergeschichte erzählt und eben auch, dass wir dann in einen kleinen Holzspielzeugladen gefahren sind, damit sie sich was aussuchen dürfen. Nein. Nicht zum Trost, sondern einfach nur so zum Spielen. Vielleicht aber auch, damit ich mir mein schlechtes Gewissen etwas gut reden konnte. Innerlich tat es mir schon ganz schön leid, ihnen nun ihren heißgeliebten Didi genommen zu haben 😦

Ich habe schon vor einer ganzen Zeit mal von diesem Spielzeugladen gehört und wollte ihn unbedingt kennenlernen. Also fuhren wir 20 Minuten nach Ascholding (südlich von München) und suchten uns einen Parkplatz in der Nähe der angegebenen Adresse. Dann stand ich da. Den MaxiCosi am rechten Arm und Hanna und Luis händchenhaltend an der linken Hand (Luis am kleinen Finger und Hanna am Daumen). Wir entdeckten das kleine Lädchen erst gar nicht, sahen aber dann doch noch die Aufschrift „Ascholdinger Spielzeugladen“ auf der Rückseite des klitzekleinen Gebäudes. Wir klingelten und warteten, bis jemand kam und uns aufschloss.

Da standen wir nun. Alle völlig erschlagen von dieser wahnsinnigen Vielfalt an wunderschönem Holzspielzeug, Büchern, Puppen und so vielen kleinen wertvollen Dingen mehr. Eine absolute Perle, wenn man ganz in Ruhe außerhalb vom Großstadtgewimmel und weit weg von Massen an Menschen, kleine Schätze suchen mag.

Und so war es dann auch. Wir blieben bestimmt eine Stunde und wandelten von Raum zu Raum und wieder zurück und wieder hin und her. Am Ende suchten sich Hanna und Luis einen Hasenstall von Ostheimer und 3 Hasen dazu aus und waren glücklich.

Die Besitzer des Holzspielzeugladens wohnten früher wohl selbst in dem kleinen Häuschen, bis sie sich dann einen Traum mit dem eigenen Spielzeugladen erfüllten.

Geöffnet ist immer Freitag und Samstag. Man kann in Absprache (vorher anrufen) aber auch sonst gern vorbei kommen, wenn jemand da ist. Einen Online-Shop gibt es keinen. Schöner ist es eh, hinzufahren, zu staunen und zu berühren 😉

Größere Dinge aus Holz werden gern angeliefert und aufgebaut und falls etwas kaputt gehen sollte, wird es auch wieder gerichtet. Was ein Service, oder?

Mich hat die unglaubliche Freundlichkeit und Geduld erfreut. Luis entdeckte draußen einen Hahn, den er unbedingt anschauen wollte, der aber nicht einfach stehen blieb (logisch). Sofort nahm die Besitzerin ihn an die Hand und zeigte Luis alle Hühner und den Hahn, während Hanna und ich in Ruhe weiter schauten.

Also liebe Münchner: verbindet euren samstäglichen Ausflug ins südliche Umland doch mal mit einem Besuch im Ascholdinger Spielzeugladen.