Faszination individuelle Ernährung

Hin und her hab ich überlegt. Ist es wirklich so spannend über die Ernährungsgewohnheiten einer kleinen Bloggerin zu lesen? Wollt ihr das wirklich?

Aber da kommt er nun. Mein Blogpost über meine Ernährung und all meine Gedanken dazu.

In meinem ersten Blogpost zum Thema „Mein Weg zu mehr Körpergefühl“ habe ich schon einmal ansatzweise darüber geschrieben, was meinen Umschwung aktiviert hat. Das war nun vor 4 Monaten und ich habe es tatsächlich noch etwas verfeinert. Höre noch mehr auf das, was mein Gefühl mir sagt. Und ich lebe gut damit, wenn es auch nicht einfach ist. Gerade dann nicht, wenn ich für die Kinder koche. Aber ich weiß wofür ich verzichte.

Angefangen hat alles schon viel früher. Vor knapp fünf Jahren brach eine Autoimmunerkrankung aus. Coltis Ulcerosa. Das war der Punkt, an dem ich das erste mal ganz intensiv über meine Ernährung nachdachte. Auch wenn ich wusste, dass der Grund für die Coltis seelisch begründet ist. Aber das ist ein weiteres spannendes Thema, über das ich vielleicht bald schreiben werde.

Die Colitis führte mich zumindest schon mal auf den fleischlosen Weg und außer Fisch und Meeresfrüchte esse ich seit nun über einem Jahr kein Fleisch mehr. Ganz ganz selten mal etwas Geflügelsalami von den Kindern. So habe ich Säugetierfleisch komplett von unserem Speiseplan gestrichen.

Dieses Jahr im Mai erlebte ich ein sich wiederholendes Trauma meiner Kindheit. Damals verließ mein Papa meine Mama. Nun bin ich die Verlassene. Wochenlang konnte ich nichts essen, aber es tat mir gut. So beschwerte ich meinen Körper nicht noch zusätzlich mit Nahrung, die er ja bearbeiten musste. Das kostete nämlich zusätzlich Kraft.

Mit dieser bewussten Nahrungsverweigerung konnte sich mein Körper auch in diesen Belangen erholen. Ich machte das aber nicht, um irgendein Ziel zu erreichen, sondern einzig, um mich zu befreien und um es irgendwie leichter zu haben. Ich begann nach einigen Wochen wieder mit Salat und ich liebte es, spürte dabei, wie mein Körper aufatmete. Sanftes, gesundes, natürliches Essen ganz pur. Ich aß nichts dazu. Meine Geschmacksknospen bedankten sich bei mir, weil sie nun viel sensibler reagierten und jedes Blatt erschmeckten.

Stück für Stück tastete ich mich wieder an Nahrung heran. Während meine Seele heilte, heilte auch mein Bauch mit. Es tat gut.

So bereite ich mir jeden Abend einen großen Salat (Feldsalat, Spinmat, Rucola) mit allerlei rohen Gemüse (Rotkohl, Möhren, Kohlrabi, Gurke, Radieschen, etc.), gerösteten Körnern (Sonnenblumenkörner, Pinienkerne, Pistazien, Leinsamen, Hanfsamen), frischen Kräutern (Koriander, Currykraut, Petersilie, Thymian, Liebstöckl) und etwas Olivenöl. Morgens trinke ich lediglich Pflanzenmilch mit MatchaPulver. Es ist wie Balsam auf meiner Seele. So leicht habe ich mich lange nicht mehr gefühlt.

Mittlerweile ergänze ich meinen täglichen Salat durch Meeresfrüchte, etwas Mozzarella oder ganz selten etwas Parmesan. Am liebsten esse ich auch mal Sushi.

Falls ich mal Lust auf was Süßes habe, esse ich gern eine Handvoll Rosinen, frisches Obst oder ganz ganz selten mal 2 bis 3 Schokobons von den Kids (Asche auf mein Haupt).

Letztens lockte mich ein Stück leckerer Schokokuchen bei meiner Freundin. Er schmeckte gigantisch und ich konnte ihn unendlich genießen. Allerdings merkte ich dies am nächsten Tag. Mein Bauch quälte sich mit Blähungen. Nicht schön. Mein Salat half mir, mich wieder besser zu fühlen. Denn diese Erfahrung machte ich auch: ein leckerer Salat ist viel besser für den Darm, wie gar nichts zu essen.

Und meine Colitis? Seit ich kein Fleisch mehr esse und mich so intensiv gesund ernähre habe ich eine unglaubliche Ruhe und Balance in meinem Darm. Es ist alles gut und ich hatte nun seit einem Jahr keinen Schub mehr. Wie wunderschön sich das anfühlt. Frei zu sein von diesen quälenden, schmerzenden, blutigen Durchfällen bis zu 30 Mal am Tag. Es war die Hölle. Gleichzeitig half mir dabei jedoch auch mein Weg zu mir selbst und die Aufarbeitung diverser Traumen aus der Kindheit. Ich werde darüber mal schreiben, sobald ich Worte dafür finden.

So spüre ich, wie individuell doch die Ernährung ist. Für mich hat sie sich unglaublich reduziert, was ich aber keinesfalls als belastend empfinde. Im Gegenteil. Wieviel leichter ist für mich alles geworden? Ich finde es so schön und angenehm.

Vielleicht hat es auch was mit Willensstärke zu tun, auf Nahrungsmittel verzichten. Aber ich mach das ja nicht, um irgendwas zu beweisen. Ich ernähre mich ganz allein FÜR MICH anders. Und es reicht mir. Ich bin so viel mehr in meiner Mitte, wie mit all den Kohlehydraten. Ich komme zur Ruhe. Stück für Stück. Ein enges Ernährungsspektrum hilf mir dabei. Warum das so ist, kann ich nicht begründen. Ich bin feinfühliger geworden mit mir und meinem Körper. Meine Antennen sind sensibler.

Ich bin mir sicher (ich spüre es ja auch), dass mein Körper kaum Kohlehydrate braucht, damit ich mich fit und kraftvoll fühle. Im Gegenteil. Je mehr ich mich mit Salat und Gemüse ernähre, desto weniger belastet es meinen Körper. Ab und zu, wenn ich Quinoa esse, spüre ich, wie viel schwerer sich mein Körper anfühlt. Dann mache ich damit wieder ein paar Wochen Pause.

Allerdings verwöhne ich meinen Körper mit hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln, weil ich ohne regelmäßiges Blutbild nicht sicher gehen kann, dass ich alles habe, was ich brauche.

Jetzt zum Herbst spüre ich ganz genau, wie sich mein Essverhalten wieder ändert. Ich habe vermehrt Lust auf warmes Gemüse. Brokkoli, Kürbis und Möhren aus dem Ofen. Klein geschnitten über den Salat. Geröstete Körner dazu und ich bin glücklich. Oder auch in Suppen und viel mehr Kräuter- und Gewürztee. Mehr Wärme, die ich bei mehr Kälte um mich herum dringend brauche.

Und so habe ich wieder gelernt, auf meinen Körper zu hören. Dank meiner Autoimmunerkrankung und dank eines traumatischen Lebenswechsels. Alles in allem stehe ich dankbar da, weil ich die Verbindung zu meinem Inneren wieder gefunden habe.

Der Weg zu mehr Körpergefühl – Ernährung

Wenn ich mich auf diesem Weg befinde, komme ich nicht drumherum, mich direkt mit meinen Körper zu beschäftigen. Mich nach INNEN zu richten. So habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, genau hinzuschauen. Mein Körper zeigt mir so viel und rückblickend gibt es auch in der Vergangenheit so viele Anzeichen, die mir zeigen, in welch unglaublichem Einklang mein Körper mit meiner Seele steht. Nicht immer ist dies auf angenehme Weise spürbar.

Und gerade heute wieder ist mir ein Wahnsinns Post von der lieben Elena Pfarr entgegen gesprungen und hat mich sofort ummantelt mit seiner Wahrheit. Die Wahrheit für mich. Es geht um den Zusammenhang zwischen Trauma und Hashimoto, Autoimmunerkrankungen im allgemeinen.

Bei mir schlummern gleich zwei davon im Körper und ich habe mich mittlerweile sehr gut mit ihnen arrangiert. Aber der Weg war nicht leicht und ich erkenne auch erst jetzt im Nachhinein die vielen verschiedenen Gründe für die Ausbrüche meines Körpers.

So erkrankte ich „plötzlich“ sieben Wochen nach der Geburt von Hanna und Luis an Colitis Ulcerosa, einer chronisch entzündlichen Dickdarmerkrankung, die mich intensiv ausgelaugt hat. Ich hatte es nicht mehr im Griff. Die Kontrolle völlig verloren.

Viele Jahre hatte ich einen Kinderwunsch, während mein Mann erst einige berufliche Schritte sichern wollte. So wartetet ich nur darauf, dass er fertig wird. Nach einigen Jahren hatte er es dann geschafft und war gelöst. Die schwierige Zeit kam jedoch erst noch, da sich unser Kinderwunsch leider nicht auf natürlichem Wege erfüllen lies. So gingen wir den Weg der künstlichen Befruchtung mit allen seinen vorstellbaren Hürden. Am Ende erfüllte sich der Kinderwunsch doch eher problemlos. Gleich der erste Versuch klappte.

Die Schwangerschaft mit den Zwillingen war alles andere als einfach. So musste ich einige Wochen im Krankenhaus liegen, da ich vorzeitige Wehen hatte. Vier Wochen vor dem errechneten Termin war es dann soweit. Die Zwillinge kamen auf natürlichem Weg auf die Welt. Hanna hatte es anfangs sehr schwer, musste beatmet werden und lag drei Tage auf der Intensivstation. Drei Wochen Krankenhausaufenthalt folgten. Dann konnten wir endlich nach Hause und zur Ruhe kommen, alles wirken lassen. Und dann begann mein Martyrium. Bis zu 30 mal am Tag befand ich mich schmerzvoll im Bad und konnte teilweise nicht mal mehr laufen. Zwei kleine Neugeborene daheim. Es war Wahnsinn. Im Nachhinein weiß ich nicht mehr, wie ich das geschafft habe.

Parallel dazu litt ich an Hashimoto, einer chronischen Schilddrüsenerkrankung, bei dem sich der Körper gegen die Schilddrüse wehrt und diese Zellen abstößt. Ähnlich ist es bei Colitis Ulcerosa. Da stößt der Körper einfach die Dickdarmzellen ab, sodass diese ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Die Folge sind häufige, blutige Durchfälle. Bis zu 30 mal am Tag.

Vieles habe ich ausprobiert. Lange Cortison-Phasen, natürliche Heilmittel, Nahrungsmittelumstellung. Nichts hat geholfen. Immer wieder hatte ich Schübe und fand einfach nicht heraus. Mit Henris Schwangerschaft wurde es noch heftiger. Insgesamt hatte ich einen zehn Monate langen Schub, bei dem nichts half. Sogar die Dickdarmentfernung konnte ich mir vorstellen. Ich wollte endlich wieder in Ruhe leben und für meine Kinder da sein.

An irgendeinem Punkt fing ich an, auf meinen Körper zu hören. Ich lies Fleisch und Kohlehydrate konsequent weg und plötzlich wurde es besser. Ich spüre auch heute noch, dass der Verzicht auf einige belastende Nahrungsmittel der goldene Weg ist. Seither brauche ich auch keine Schilddrüsenhormone mehr. Welch Segen. Ich bin frei von Medikamenten.

Seit ich mich aktiv mit mir und meiner Seele beschäftige, rückt sich vieles gerade. Ich schau hin und nicht mehr nur weg. Anzuerkennen, dass die Seele Hilfe braucht, ist ein großer Schritt. Sie braucht Hilfe von einem Selbst.

Ein Trauma zu erkennen, es benennen und bearbeiten zu können erscheint mir als wichtigster Wegbegleiter. So bin ich mir selbst um all das dankbar. Mein Körper hat mir entgegen geschrien, ja fast schon gebrüllt.

Jahrelang litt ich an Migräne vor den Kindern. Eine Phase, in der mein Kinderwunsch nicht erfüllt wurde. Die Hürden, die mit dem Kinderwunsch selbst verbunden waren, ließen den Knäuel an Belastung in mir nur noch größer werden. Als ich dann endlich mit meinen Kindern daheim war, platzte die Bombe.

Ich bin mir sicher, dass die Gründe alle in meiner Kindheit zu finden sind. Um die biografischen Parallelen herauszufinden habe ich mir schon vor vielen Jahren psychotherapeutische Hilfe gesucht. So vieles wird mir klar. Das ist so schön. Und ganz ganz langsam lösen sich diese Blockaden in mir. Es braucht Zeit. Viel Zeit. Aber die ist es wert, wenn ich auf meine Traumen aus der Kindheit schaue, die sich auf wundersame Weise ja auch in unserem Erwachsensein wiederholen. Durch die Begleitung sehe ich dies jedoch klarer und so verfestigt es sich nicht noch mehr.

Beziehungsarbeit mit dem eigenen Ich könnte intensiver nicht sein, wenn man einmal JA dazu sagt. Es löst so vieles und ich bin unendlich dankbar, dass mir mein Körper Hinweise gegeben hat, auch wenn diese schmerzhaft waren. Nur so habe ich richtig hingeschaut.

Jetzt befinde ich mich auf meinem Weg zu mehr Körpergefühl, weil meine Seele überlastet war. Es war ein Fluch und wurde zum Segen.

Schaut mal. Hier könnt ihr auch nochmal meinen Artikel nachlesen, den ich über den Alltag mit Kindern und meiner Autoimmunerkrankung geschrieben habe:

Mein Alltag mit 2,5 jährigen Zwillingen, schwanger und meiner Autoimmunerkrankung

Der Weg zu mehr Körpergefühl – Licht

Um mehr bei mir selbst zu sein, komme ich immer wieder zu dem Punkt die verschiedenen Ebenen zu beleuchten. Als ich letztens davon schrieb, wie ich meine Ernährung umgestellt habe, ist mir klar geworden, dass dies der körperliche Weg NACH INNEN ist.

Mittlerweile sehe ich viel mehr viel klarer und weiß, dass es so viele Ebenen mehr gibt. Deshalb möchte ich besser strukturieren, fokussieren und dich daran teil haben lassen, wie MEIN Weg zu mehr Körpergefühl aussieht und sich für mich anfühlt.

Heute möchte ich dich auf dem spirituelle Weg NACH OBEN mitnehmen. Was bedeutet das nun für mich?

Alles in mir dreht sich gerade um Licht. Um mein Licht. Mein Lebenslicht, was unaufhörlich weiter leuchtet und welches ich beschütze, damit es niemals erlischt. Licht schenkt uns Wärme und Leben, von außen, aber auch von innen und wer jemals meditiert hat, weiß, wie heilend das innere Licht wirken kann. Es hat nahezu magische Kraft, wenn wir uns ganz auf uns konzentrieren. Es gibt keine stärkere Kraft im Universum, als das Licht.

Und so habe ich es zu meiner Aufgabe gemacht, täglich das Licht in mich fließen zu lassen. Mittels gezielten Übungen atme ich das Licht in mich ein, nehme es in mich auf. Wenn ich in der Sonne sitze, meinen Körper in ihre Richtung drehe und meine Augen dabei schließe fällt es mir noch leichter, diese goldene Lichtkraft in mich aufzunehmen. Ganz schnell macht sich ein Lächeln auf meinen Lippen breit und ich bekomme ein wohliges Gefühl im Körper. Wie Schmetterlinge, die vorsichtig in meinem Bauch flattern.

Ja, es mag alles sehr esoterisch oder spirituell klingen, jedoch ist es mehr wie das. Es ist eine Reise zu dir selbst. Es richtet die Aufmerksamkeit auf deinen Kern und zeigt dir den Weg, was wirklich wichtig ist. Ganz rein und pur. Probiere es einfach mal aus, dann weißt du, von was ich spreche.

Darüber hinaus spielt Licht für mich auch im Außen eine große Rolle und ich bin fasziniert davon, welch Möglichkeiten unsere Sonne uns gibt. Für meine gemütlichen Abende auf der Dachterrasse, im Bett oder auf dem Sofa, habe ich mein Sonnenglas (Werbung) entdeckt. Diese Solarlaterne funktioniert mittels Sonnenenergie und wird tagsüber ganz einfach ins LICHT gestellt. Abends gibt sie dann ein wunderbares Licht ab, ohne Strom zu brauchen. So bin ich autark und habe Licht. Welch Geschenk. Sie leuchtet viel heller, als übliche Solarlampen, sodass ich neben ihr sogar ein Buch lesen kann.

Außerdem lassen sich in ihr wunderschöne Naturschätze sammeln und aufbewahren. Abends wird dieser Schatz dann ganz romantisch bestrahlt. Ich liebe diese Möglichkeit des nachhaltigen Lichts, das Geschenk der Natur und freue mich jeden Abend wieder, dass ich so ganz natürlich Licht ohne Strom für mich habe. Mach dir deine Welt auch ein bisschen heller.

Mit dem Code SG-ERDENKINDER bekommst du bis zum 16.8.2019 deine Bestellung bei Sonnenglas versandkostenfrei.

Gern möchte ich dir auch eine schöne LICHTübung für den Alltag mit an die Hand geben, um dich vor Energieräubern zu schützen. Kleine Energieräuber können alle möglichen Menschen um dich herum sein. Deine Kinder, Arbeitskollegen, Freunde oder auch der Partner. Damit du diesen Beziehungen kraftvoll begegnen kannst, ohne dich nachher ausgelaugt zu fühlen stell dir folgendes vor:

Konzentriere dich in einem ruhigen Moment ganz auf dich und male Dir dabei gedanklich aus, du stehst in einem LICHTKegel. Ein Kegel, der ein Stück über dir endet und der dich völlig einhüllt. Er ist gefüllt mit Licht und seine Grenze undurchdringlich von außen. Du bist gänzlich geschützt. Stelle dir vor, wie alle kleinen und großen Energieräuber an dieser leuchtenden Hülle abprallen und dir somit nichts mehr anhaben können. Gleichzeitig erfüllt dich dieses Licht mit Kraft und Energie. Du bist ganz bei dir und lächelst zufrieden.

Mit dieser Stärke gehst du nun in den Tag. Du kannst diese Übung jederzeit machen, sobald du merkst, dass dir das Drumherum wieder mal zu viel wird oder wenn du Kraft verlierst. Bündle sie dann ganz schnell in deinem LICHTKegel und nehme sie wieder in dich auf. Atme sie tief ein und sei dankbar für dieses LICHTGeschenk.

Mit diesen lichtvollen Gedanken bleibst du mit deinem Körper und dem Licht verbunden. Schätze es und sei dankbar. Das LICHT ist die natürlichste Quelle unserer Kraft.

Der Weg zu mehr Körpergefühl – Erde

Heute möchte ich dich auf eine weitere Ebene meiner Selbstfindung mitnehmen. Es ist ein Weg, den ich schon viel eher begonnen habe zu gehen. Ganz intuitiv und es konnte mir nichts besseres passieren, weil ich seitdem viel mehr spüre. Mich viel besser wahrnehme. Es passt ganz buchstäblich zum Thema und ist diesmal nicht nur metaphorisch, sondern tatsächlich.

Es geht ums gehen und laufen. Um meinen körperlichen, erdverbundenen Weg NACH UNTEN. Seit über einem Jahr laufe ich in Barfußschuhen von Wildling (Werbung). Das Tragen meiner Wildlinge macht mich unglaublich sensibel, auf das was ich dabei JEDEN MOMENT spüre. Nämlich jede Unebenheit im Boden, jedes Steinchen, glatte und rauhe Oberflächen, harte und flexible Wege. Es ist so ein wunderbares Beispiel dafür, was wir für unser Wohlbefinden tun können. Die Wildlinge helfen mir dabei tatsächlich sehr.

Jahrelang hatte ich starre Schuhe mit starren Sohlen an. Genauso starr war auch mein Denken. Jahrelang habe ich überhaupt gar nichts an meinen Füßen gespürt. Ebensowenig habe ich mich selbst kaum gespürt. Jahrelang habe ich Schuhe getragen, die ich einfach nur schön fand. Nun bin ich schon lange auf dem Weg zu mehr Natürlichkeit und Nachhaltigkeit. Jahrelang wunderte ich mich über meine kranken, schmerzenden Füße. Nun habe ich das Gefühl, dass ich auf ganz starken Füßen und Beinen stehe.

Die Energie, die beim Barfußlaufen von der Erde in meinen Körper strömt, ist für mein seelisches Gleichgewicht unabdingbar. Deshalb laufe ich auch unglaublich gern barfuß. Aber nicht immer geht das. Oft sind meine Füße zu sensitiv auf den Untergrund und wollen ein klein wenig mehr Schutz. Deshalb trage ich die Wildlinge so gern. Flexibel bleibe ich in meinen Bewegungen sehr und meine Füße können sich frei entfalten. Nichts ist zu eng. Auch nicht für meine Seele. Es ist alles weit und frei. Es fühlt sich so schön an und ich bin dankbar für jeden Schritt so erdverbunden.

Wenn ich mir die energetische Kraft bewusst mache, dann wende ich mich meinem Inneren zu. Dann schaffe ich es, alles äußere auszublenden und einen kurzen Moment für mich zu sein. Ich konzentriere mich beim Laufen nun viel mehr auf meine Umgebung, meine Umwelt, die Natur. Ich wähle häufiger eine Wiese zum gehen, weil sie sich in den Barfußschuhen so viel weicher anfühlt. Ich begrüße innerlich jedes Steinchen und Stöckchen. Ich freue mich täglich für meine Kinder, dass sie sich so frei entwickeln können, rennen können, flitzen können und dass sie jetzt schon die Chance haben, Mutter Erde so viel näher zu sein, als ich es bis vor einem Jahr war.

Und ich gehe in meinen Wildlingen auch rennen. Das ist eine Sinneserfahrung der besonderen Art. Schritt für Schritt am Limit meiner Kondition. Innerlich immer bei mir. Aufgerichtet. Tief atmend. Den Untergrund so schnell wechseln unter mir. Meinen Körper ganz anders abfedernd. Konzentration auf meine Füße. Kilometer um Kilometer. Und im Moment der Verlangsamung meiner Geschwindigkeit eine unglaubliche Entspannung. Körperlich und seelisch. Wieder ein Stück näher an mehr Körpergefühl, Körperempfinden, Körperwahrnehmung.

Teil 1 könnt ihr hier nochmal nachlesen:

Der Weg zu mehr Körpergefühl Teil 1

Der Weg zu mehr Körpergefühl – Körper

Irgendwann wachte ich auf. Ich sah mich mit der bitteren Wahrheit konfrontiert, mein Leben von nun an in die eigene Hand zu nehmen und mein Glück niemals mehr von jemandem anderen abhängig zu machen, als von mir selbst.

Schlagartig wurde mir bewusst, was das nun bedeutet. Es wird eine Selbstfindungsreise an so viele Orte meines Selbst sein. Damit verbunden eine Reinigung meiner Seele UND meines Körpers. Denn die Seele wohnt nur dann gern in diesem Körper, wenn alles im Einklang steht und das ist gar nicht so einfach.

Wir hetzen durch den Alltag mit oder ohne Kinder. Wir nehmen uns kaum Zeit für uns selbst. Nicht für die Seele und oft auch nicht für den Körper. Vielleicht treiben wir Sport, aber wir kümmern uns selten um unser Inneres. Wir verweilen so wenig oft im Moment. Wir haben verlernt uns selbst zu spüren. Unser Körper fühlt nicht mehr, was er braucht. Eine individuelle Ernährung, passend zu unserem Körper und seinen Bedürfnissen, lebt kaum noch jemand.

An dem Punkt, als mein Leben eine Wendung nahm, konnte ich erst einmal nichts essen. Zu sehr war ich mit der seelischen Verdauung meines neuen Lebens beschäftigt. Zu schwer wiegte dieser tiefe Fall. So verlor ich einige Kilo, weil ich nur noch trank, um mich am Leben zu erhalten. Aber genau an diesem Punkt fand ein Umdenken statt. Es war wie ein Reset. Es war wie eine Neugeburt meiner Seele und meines Körpers.

Also fing ich an, nur Salat zu essen. Pur. Ohne jegliches Dressing. Etwas Gemüse dazu und es schmeckte neu und ganz wunderbar. Nach und nach fühlte ich mich in die Nahrungsmittel hinein und spürte, was mir gut tat und was nicht so. Wie das ging? Ich beobachtete meinen Körper ganz genau: wie fühlt sich ein Stück Avocado im Mund an? Was passiert mit meiner Verdauung, wenn ich Champignons zum Salat hinzu gab? Wie reagiert mein Bauch auf Früchte? Wie auf Milchprodukte?

Es war ein langer Prozess und ich konnte zu meiner Überraschung lange nicht mehr alles vertragen, was mir aber schmeckte. Mein Repertoire an Nahrungsmitteln schrumpfte zusammen und mir ging es blendend. Meine Haut wurde streichelzart. Meine Geschmacksnerven bedankten sich für etwas mehr Ruhe. Meinem Darm ging es ohne den lästigen Blähungen viel besser. Mein Körper war leichter, fitter und robuster.

Ganz nebenbei fing ich auch an, meine Pflegeprodukte umzustellen. Auf natürliche Produkte achtete ich schon immer, nur wusste ich nicht, dass auch in den „besten“ Cremes nur maximal 5% Wirkstoff drin sind. Es ging mir ein Licht auf, warum ich jahrelang auf die Wirkung so mancher „Geheimwaffen“ bei Pflegeprodukten wartete. Nichts half gegen meine kleinen Fältchen, nichts gegen die trockene Haut, nichts gegen meine Hornhaut an den Füßen.

In dieser bitteren Zeit bin ich auf so einige wertvolle Lichter gestoßen. Unter anderem eben auf Ringana.

Seit ich diese natürlichen, veganen Pflegeprodukte mit ihren 100% Wirkstoffen benutze, sehe ich die Veränderung jeden Tag. Ich bin meinem Körper wieder nah, seitdem ich ihn täglich mit dem Besten pflege und streichle. Er hat es verdient.

Seit ich meinen Körper zusätzlich zu meiner Ernährungsumstellung mit den Supplementen mit 100% natürlichen Inhaltsstoffen verwöhne, fühle ich mich von innen heraus so stark und kraftvoll. Meine Haare werden täglich schöner, meine Nägel wachsen wieder gesund, ich bin geschützt von innen und das fühlt sich gerade in der schweren Lebensphase so unglaublich gut an.

Alles in allem lebe ich nun mehr in Balance, als früher. Ich könnte dankbarer nicht sein.

Möchtest du dich auch wieder mehr spüren?

Gern berate ich auch dich auf deinem Weg zu mehr Balance von innen und außen. Schreib mir gern unter: saskiatheresia.ringana@gmail.com

Wir finden gemeinsamen die perfekten und individuellen Produkte für dich, deine Haut und deinen Körper. Wenn du schon mal stöbern willst, kannst du das hier gern tun: saskiatheresia.ringana.com

(Werbung)

Mein Leben im Umbruch

Manchmal gibt es Ereignisse im Leben, mit denen man überhaupt nicht rechnet und die einen vermeidlich völlig vom Weg abbringen. Da steht man dann da. Im Platzregen mit Donnergrollen über einem, sieht die Sonne nicht mehr und an einen Regenbogen ist nicht mal zu denken.

So ging es mir vor einiger Zeit und ich wusste nicht mehr weiter. Wie sollte ich diesen Weg weiter gehen? Wie sollte ich überhaupt laufen? Wie geht das? Woher die Kraft?

Wir alle waren ganz sicher schon mal an einem solchen Punkt. Bei jedem von uns sieht das anders aus. Jeder fühlt anders. Jeder führt ein ganz anderes Leben. Jeden schmeißt etwas anderes aus der Bahn. Mal mehr, mal weniger. Und dennoch stehen wir dann am Ende am gleichen Punkt. Nicht mehr weiter zu wissen.

So auch ich. Drei kleine Kinder an der Hand, ein ganzes Leben vor mir, vier ganze Leben vor mir. Da schwankte ich zwischen: alles hinschmeißen oder stark sein und fand die Erlösung irgendwo in der Mitte. In meiner Mitte.

Den egal wo du auch gerade stehst, am Ende liegt es an dir, was du daraus machst und wo du in dir deine neue Mitte finden wirst. Du kannst einiges dafür tun, denn das Leben geht unweigerlich weiter. Nur eben anders. Wir atmen weiter, nun jedoch tiefer und erlösender als vorher. Mich hat dieser Umbruch befreit, Horizonte geöffnet und neue Kreuzungen auf meinem Lebensweg kamen zum Vorschein. Ich hatte plötzlich wieder eine Wahl, wie ich mich entscheide. Ich hatte plötzlich wieder Rückenwind, der mich jetzt trägt.

Und nun finden sich ganz viele Dinge von allein. Ich habe Verantwortung übernommen und gleichzeitig etwas ganz entscheidendes losgelassen: die Kontrolle über mein Leben. Denn es ist wie es ist: wir leben von Tag zu Tag und ich kann nicht ändern, was morgen kommt. Ich kann nur JA zu dem sagen, was heute ist. Und ich kann nur das beeinflussen, was JETZT gerade eben passiert. Darin liegt meine Entscheidungskraft und ich setze diese gezielt ein.

Manchmal lasse ich mich treiben, um über die weiten Wiesen neben meinem Weg zu schauen. Manchmal setze ich mich hin und denke über mein Leben nach und begrabe das an diesem Ort Wegesrand, was ich mir vorgestellt habe. Immer wieder komme ich zu dem Sprichwort von John Lennon zurück:

“Leben ist das, was passiert,

während du eifrig dabei bist,

andere Pläne zu machen.“

Und es ist wirklich so. Alles, was ich mir für die Zukunftvorgestellt und gewünscht habe, ist einfach zerplatzt. Aber das bedingt sich schon aus sich selbst heraus. Allein schon die Vorstellung, was sein könnte, ist fiktiv, weshalb wir daran einfach nicht festhalten können. Das was gerade ist, das können wir halten und damit intensiv leben. Auch das, was vergangen ist, können wir lediglich in unserem Herzen als Erinnerung tragen und dem dankbar sein, was uns an dieses Hierundjetzt geführt hat. Denn alles hat seinen Grund. Alles war gewollt. Und auch, wenn etwas endet, hat dieses Etwas seine Bedeutung für unseres jetzige Leben.

Es kommt etwas unverhofftes, neues in unser Leben, wenn wir gar nicht damit rechnen und dann trifft es uns wie der Schlag, weil es so so schön ist.

Deshalb kann ich dich nur ermutigen, lass alles los, was kommen soll, denn es kommt sowieso anders, als du es dir denkst. Bleib an deinem Weg stehen, beobachte die Landschaft, genieße den Wind im Gesicht und die Wärme der Sonne auf deinem Körper. Setze dich gelegentlich hin und Träume, aber male dir kein falsches Bild vom Leben. Alles wird dich finden. Von ganz allein. Die schönsten Blumen tauchen unverhofft auf.

Meine Werte – meine Grenzen

Diesen Text zu schreiben wird für mich etwas ganz besonderes. Es ist nämlich gar nicht so einfach, über Werte zu schreiben und sie aus meinem Kopf heraus zu transportieren.

Ich sitze hier und weiß nicht, welchen Weg ich nehmen werde, um euch meine Gedanken zu diesem großen Thema zu offenbaren. So bin ich doch Herz- und Kopfmensch zugleich und das ist oft gar nicht leicht zu vereinbaren, gerade wenn ich meine Kinder beim Wachsen begleite.

Viele Richtungen haben mich in meiner Grundhaltung gegenüber Kindern geprägt und auch selbst wachsen lassen. Ich lerne täglich mit meinen drei für mich selbst dazu, sodass es ein nicht endender Prozess ist, in welchem ich mich befinde.

Mein Ziel ist es NICHT, alles richtig und perfekt zu machen und ich möchte mich auch nicht besser fühlen, als andere. Nein. Wenn ich in mich hinein horche ist es mein Ziel, dieses eine Leben mit meinen Kindern friedvoll und liebevoll zu verbringen. Ich möchte ihre sichere Erde sein, auf der sie sich bewegen können, wie es ihnen Freude bereitet. Ich möchte UNS in Einklang bringen. Ich möchte diese Zeit, die wir miteinander verbringen für alle zu einem Zuhause zu machen. Natürlich möchte ich auch eine glückliche Kindheit schenken, aber wenn ich genau darüber nachdenke, kann ich das nicht, denn jeder empfindet Glück anders. Jeder blickt anders zurück. Für jeden ist sein eigenes Wohlgefühl etwas ganz besonderes.

Wo liegen nun meine Werte? Was möchte ich meinen Kindern für ihr Leben mitgeben? Wie sieht meine Begleitung aus? Was ist mir wichtig?

Für mich als Erwachsene sind diese immer wiederkehrenden gleichen Tage oft sehr mühselig, weil ich das Gefühl habe, nicht aus dieser Spirale heraus zu kommen. Aber ich weiß, dass genau dies für meine Kinder ALLES ist. Es ist ihre Kindheit. Also nehme ich sie an die Hand und gehe mit ihnen diesen Weg. Friedvoll und liebevoll. DAS sind tatsächlich meine Grundwerte. DAS ist mir wichtig! Und dennoch vergesse ich dabei alle Emotionen nicht, die uns beeinflussen. Meine drei, wie auch mich. Und ich lasse es zu. Ich lasse sie ihre Emotionen durchleben. Ganz offen und ohne Beschwichtigungsversuche. DAS hat für mich auch etwas mit friedvollem Leben zu tun. Denn wenn ich ihnen friedvoll die Chance gebe, sich zu spüren und ihnen zeige, dass ich all ihre Emotionen liebevoll begleite, dann schenke ich ihnen meinen Frieden. Ihren Frieden mit sich selbst.

Das Wichtigste für mich ist neben allen Werten und Grenzen (zu diesen komme ich später) die Sprache, meine wohlgewählten Sätze und das offen und ehrlich gesprochene Wort. Ich verheimliche meinen Kindern nichts. Natürlich bringe ich ihnen schwierige Themen kindlich nahe, aber ich beschönige nichts und beschwichtige nicht. Meiner Meinung nach bringt ihnen das auf lange Zeit nichts. Nur mir und dem Kind in dem Moment vielleicht ein besseres Gefühl. Aber das finde ich nicht fair. Ich möchte eine Beziehung und Vertrauen aufbauen und dazu zählt für mich Ehrlichkeit. Ich erkläre ihnen genau, was bei einer Impfung passiert. Ich spreche mit ihnen, wenn sie sich ärgern. Ich erzähle ihnen, was auf sie zukommt, wenn es vielleicht auch mal nicht so schön ist. Nur so kann ich sie vorbereiten. Ich halte Ärger, Wut und Enttäuschung mit ihnen aus. Ich begleite sie in Ängsten. Niemals würde ich sie ins offene Messer laufen lassen, nur damit ich (vorher) meine Ruhe habe. Ich stelle mir immer die Frage: wenn ich es nicht aushalten kann, wie sollen sie es denn aushalten?

Meine Kinder nehmen an meinem Leben teil und ich an ihrem. Ich möchte ihnen keine gekünstelte Welt vorgeben und sie sollen und dürfen viel Zeit zum Spielen haben. Spielen ist so wichtig. Im Spiel tun sich hundert Welten in ihnen auf. Im Spiel können sie alles sein und probieren alles aus. Sie tauchen so oft gemeinsam in ihre Phantasiewelten ein. Das möchte ich ihnen nicht mit Terminen außerhalb nehmen. Alles, was wir machen bespreche ich mit ihnen und ich akzeptiere ihre Bedürfnisse, Wünsche und Abneigungen. Auch wenn es bei drei Kindern gar nicht so leicht ist, das alles immer zu vereinen und mich selbst dabei auch nicht zu vergessen, so stelle ich mich meist hinten an und versuche erst einmal einen Konsens unter ihnen zu finden. Sie sollen sich besprechen so gut es geht. Ich geben ihnen den Raum, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Ich begleite sie dabei sehr gern. Danach suche ich für mich die Möglichkeit, mich da einzufügen, weil ich es als Erwachsene doch am ehesten verkraften und verstehen kann, wenn es mal nicht so läuft, wie ich möchte.

Ich spreche immer höflich und freundlich mit ihnen. Klar bin ich auch mal sauer, das dürfen sie auch spüren und erleben, aber im Grundsatz bin ich immer freundlich. Mir ist wichtig, dass sie sich als vollwertiges Mitglied in dieser Familie fühlen. Ihre Meinung zählt genauso, wie meine oder die meines Mannes. Auch wenn wir fünf sind, wir haben bis jetzt immer einen Kompromiss gefunden. Das ist Übungssache, na klar. Und es bedarf auch einiges an Zeit und Geduld, aber irgendwann zahlt es sich aus, dass ich oft erklärt und erläutert habe. Manchmal sogar im Wortlaut ihnen Möglichkeiten gegeben, wie sie miteinander sprechen können.

Oft mache ich ihnen Eingeständnisse und kooperiere gern mit ihnen. Ich sage ihnen aber auch warum und dass wir FAMILIE so leben, dass wir uns gegenseitig helfen. Das ganze Zusammenleben ist keine Einbahnstraße, aber ich werde alles tun, damit sie sich gut fühlen, weil auch ich gehe vom Besten in ihnen aus und glaube fest daran, dass sie auch wollen, dass ich mich gut fühle. Das spüre ich zumindest jeden Tag.

Ebenso ist es mir sehr wichtig, vorsichtig und respektvoll mit ihren kleinen Körpern umzugehen. So wasche ich sie immer ganz vorsichtig im Gesicht und versuche so behutsam wie möglich ihre Zähne zu putzen. Auch das Haarewaschen ist bei uns kein Drüberschütten, sondern ein bestimmter, aber vorsichtiger Vorgang. Es ist unangenehm, ja, aber manche Dinge gehören auch einfach dazu. Ich sage es ihnen, aber ich bin auch nicht übervorsichtig. Meine Kinder sind nicht aus Zucker und kleine zerbrechliche Blümchen habe ich auch nicht, aber ich möchte ihnen Respekt zeigen, weil sie nur so welchen lernen können. Ich möchte ihnen nicht das Schlimme der Welt (und dazu gehört am Anfang für sie vielleicht das Haarewaschen) vorenthalten, denn später bringt sie das nicht wirklich weiter. Ich helfe ihnen nicht, wenn ich ihnen alles erspare.

Ich lebe nicht nur im Später oder im Morgen. Nein, ich lebe im Jetzt. Natürlich. Mit jeder Faser meines Körpers, aber ich vergesse mich darin nicht.

Wo aber liegen nun meine Grenzen? All das, was ich in meiner Kindheit nicht erleben und erspüren konnte/durfte triggert mich nun ungemein.

Ich halte es kaum aus, wenn alle nörgelig sind. Vielleicht weil ich genau das auch nicht ausleben durfte.

Ich halte es kaum aus, wenn sie sich streiten. Ganz sicher, weil ich als Einzelkind groß geworden bin und Geschwisterstreit nicht kennengelernt habe.

Ich halte es kaum aus, wenn sie mich absichtlich ärgern/stänkern und ganz genau meine empfindlichen Knöpfe drücken.

Ich halte es kaum aus, wenn sie aus Wut und Ärger randalieren, alles zerstören, was ich hier so schön wie möglich zu machen versuche.

Aber was ist dieses Kaumnichtaushalten? Was macht das alles mit mir?

Es bringt mich aus meiner Mitte. Es lässt mich nicht mehr ruhig und besonnen reagieren. Es wirft mich aus meiner Wohlfühlzone und ich werde selber sauer und auch manchmal gemein. Ja, ich möchte mich dann am liebsten besser einigeln, damit ich hier nicht durchdrehe 😉 klar, ich bin auch nur ein Mensch mit Gefühlen und Emotionen. Ärger und Wut kenne auch ich und es wäre vermessen zu sagen, dass hier alles immer nur schön und eitel Sonnenschein ist. Nein. Das ist es nicht. Und das ist auch nicht mein Ziel.

Genau wie meine Kinder ihre Emotionen ausleben dürfen, möchte ich dies auch. Natürlich kontrollierter und auf meiner Ebene. Irgendwie authentisch, aber auch irgendwie natürlich, denn wie erleben sie denn die Facetten aller Emotionen, wenn ich mich nicht traue, es ihnen zu zeigen? Mir ist dabei jedoch immer wichtig, dass ich ihnen sage, was es grade mit mir macht und ich entschuldige mich auf oftmals für Ausbrüche aus meiner Mitte. Sie verstehen es und sagen, dass es okay sei. Ich bin sicher, dass sie das nur so annehmen können, weil ich es bei ihnen auch annehme, ohne gemein und nachtragend zu sein, wenn sie nicht in ihrer Mitte sind.

Ich denke, Grenzen, die Kinder in einem wecken oder die sich mit Kinder in uns Müttern zeigen, haben ganz viel mit dem eigenen Ich und der Kindheit zu tun. Ja, das ist vielleicht einfach gesagt, aber es klingt doch auch irgendwie logisch, oder nicht? Ein Trigger funktioniert doch nur, wenn er einer werden konnte, weil etwas fehlte oder weil etwas zu viel war. Ist ein Thema ausgeglichen und in Frieden, dann kann es mich doch nicht triggern.

Meine Grenzen sind der Rahmen meiner Kinder, wenn ich stur bleibe und nicht an mir arbeite, denn genau das grenzt sie tatsächlich ein. Und ich spreche bei Grenzen nicht von Gefahren. Warum müssen sich meine Kinder eine Kindheit lang an meinen Grenzen entlanghangeln? Mit welcher Macht gebe ich ihnen dies vor? So reflektiere ich mich immer und immer wieder und komme zu dem Entschluss, dass es doch irgendwie nicht fair ist, dass meine Kinder das Päckchen MEINER Kindheit tragen müssen. So bleibe ich weltoffen und versuche mich zurück zu nehmen, gebe ihnen so viel Freiheit wie möglich und lebe mit ihnen in Fröhlichkeit. Ich verliere mich nicht in meiner Vergangenheit und in den daraus resultierenden Grenzen. Nein. Ich versuche neben allen Emotionen mit ihnen zu leben. Im Ausgleich aller, sodass es eine Waage bleibt, die sich immer wieder in der Mitte findet, wenn einer mal ausbricht.

Ein bisschen unerzogen, ganz viel bedürfnisorientierte Beziehung und noch viel mehr Herzgefühl

Nun sitze ich hier auf der Dachterrasse und die letzten Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht. Ich hoffe auf eine Erleuchtung, weil mich so viele gefragt haben, wie wir das hier so machen. Mit den Kindern. Den drei Kindern. Und zugegebenermaßen ist das gar nicht so leicht in Worte zu fassen. Aber ich möchte versuchen, die Eckpfleiler unseres Miteinanders zu beschreiben.

Dafür muss ich tatsächlich etwas ausholen, denn es hat sich verändert, seit Henri da ist. Denn als er zu uns kam, fing ich an, mich mit dem Thema „unerzogen“ zu beschäftigen und merkte auch gleicht, dass mich daran etwas reizt. Gleich hier zu Beginn möchte ich erwähnen, dass „unerzogen“ nicht unsere einzige Richtung ist, denn niemals lasse ich mich von Wegen anderer vereinnahmen. Niemals gehe ich Wege anderer. Ich kann immer nur meinen Weg mit meinem Ich gehen. Verschiedene Richtungen formen mich und unseren Weg und ich nehme von ganz vielen Inspirationsquellen immer nur die Blumen mit, die ich an meinem Wegesrand schön finde. Ich möchte Blumen sähen und sehen, die mir gefallen und die sich stimmig anfühlen. Dabei bin ich immer selbstreflektiert und schaue natürlich auch darauf, welche uralten Muster sich eingeschlichen haben und ich gern verabschieden möchte. So habe ich einiges auf meinem Weg zurück gelassen, nehme und trage aber so vieles weiter mit mir.

Der Umgang mit den Kindern

Jeden Tag versuche ich eine faire Mama zu sein. Das ist tatsächlich mein Tagesziel, denn den Gerechtigkeitssinn trage ich schon ganz ganz lange mit mir spazieren und es tut mir gut, wenn ich am Ende des Tages sicher weiß, dass ich heute zu jedem der drei einfach fair war. Dabei übertreibe ich es nicht mehr, denn perfekt kann ich es auch hier nicht machen. Perfekt ist eh nicht mehr mein Ziel. Diesen Stein habe ich ganz schnell liegen lassen. Er war mir zu schwer. Dafür habe ich die Feder der Leichtigkeit zu mir genommen und versuche, nicht mehr alles so ernst zu sehen. Was aber nicht bedeuten soll, dass mir alles wurscht ist und ich mit Kopfhörern und lauter Musik hier durch den Tag wandle. Nein. Ich versuche einfach nur, nicht mehr aus allem ein Drama zu machen und wenn mal einer der drei hier ein Drama macht, dann bin ich da und es ist auch schnell wieder vergessen, sobald es fürs Kind okay ist.

Weiterhin habe ich gespürt, dass wenn ich mit den Kindern kooperiere, dass sie dann auch mit mir kooperieren. Dafür braucht es zwar auch manchmal tausend Worte, aber wie sollen sie auch die Welt verstehen, wenn wir sie ihnen nicht erklären. Und trotzdem wird es oft Frust auf beiden Seiten geben. Dieser Frust ist wichtig und ich versuche diesen so gut es geht zu begleiten. Natürlich gelingt mir dies auch nicht immer gleich gut. Das hängt ganz an meiner Tagesform und wie arg mich vielleicht einanderes Thema beschäftigt oder gar ärgert.

Wichtig ist mir stets, dass ich auf Augenhöhe mit ihnen bin und nicht einfach nur „nein“ sage. Denn ein starres Nein ist wie eine riesig dicke Mauer. Jeder Wunsch wird hier gehört und gesehen und wir überlegen gemeinsam, wie wir es dann machen. Gern gebe ich Argumente vor und wenn einer ein gutes Gegenargument hat, ist es okay und dann ändere ich auch sehr gern meine Blickrichtung, denn mir ist viel daran gelegen, dass sie mich als Weggefärtin wahrnehmen und nicht als sarken Baum mit dickem Stamm. Ich habe mich dagegen entschieden, die Anführerin zu sein. Ich möchte nichts in sie hinein trichtern, was sie zu „meinen“ Kindern macht. Sie sind in diesem Sinne nicht meine Kinder. Sie sind Schmetterlinge, die neben mir her fliegen und kommen und gehen. Ich kann sie nicht einfangen und seit ich das so lebe, funktioniert hier einiges so viel besser.

Und klar gibt es Stolpersteine auf diesem Weg und ja, vielleicht fällt auch mal ein Baum um und versperrt uns unseren Weg. Aber das ist okay und das darf sein und unsere Bindung und Beziehung wird dadurch stärker, dass wir gemeinsam überlegen, ob wir über diesen Baum drüber hinweg klettern oder drumherum gehen und uns Wurzeln oder die Krone einmal genauer betrachten.

Ich weiß, das klingt alles sehr metaphorisch und weit her geholt. Wenn ihr aber ein bisschen Phantasie besitzt, wisst ihr, was ich meine. 

Wir wollen hier einfach nur miteinander leben. Nicht mehr und nicht weniger. Hand in Hand. So ruhig wie dieser Abend gerade ist und so wundervoll diese Natur da außerhalb dieser Dachterrasse, ist auch das Leben und die zwischenmenschliche Natur mit unseren Kindern. Nichts ist wichtiger als die Geborgenheit des Seins. Und wenn wir verstehen, dass diese kleinen Dinge, die uns ärgern und wütend machen, auf die meinetwegen 18 Jahre so minimal sind, dass werden wir auch verstehen, dass es sich nicht lohnt, da immer ein großes Ding draus zu machen. Ja, ich schweife ab, aber das war mir gerade wichtig, zu erwähnen. Ich visualisiere mir dieses Sinnbild oft. In welchem Verhältnis stehen nun diese 10 Minuten Ärger mit der Zeit, die wir mit unseren Kindern haben?

Der Umgang mit Medien

Auch dieses Thema hänge ich nicht so hoch auf, weil es völlig normal ist, dass Kinder auch mal in die Welt blicken wollen. Und sei es nur der Trickfilm der sprechenden Hunde und Flugzeuge. Na klar ist das Maß entscheidend, aber dies ist von Familie zu Familie unterschiedlich und jede Mama darf und soll es jeden Tag so machen, wie sie es für okay empfindet. Da gibt es kein richtig und falsch.

Hier bei uns ist es so, dass Hanna und Luis abends 30-60 Minuten fern schauen. Je nach Wetter und je nach Laune. Auch sie haben schwierige und leichte Tage und manchmal ist der Fernseher eben mein bester Freund, in dem er die Kinder etwas entspannen lässt, wenn sie sich in andere bunte Welten beamen und teilweise richtig mit dabei sind. Das ist okay für mich und wir sprechen oft und gern über das Gesehene. Niemals würde ich sie komplett alleine schauen lassen. Ich bin immer umher. Es sei denn sie schauen die Sendung zum hundersten Mal. Außerdem kann ich mich bei den bunten Hunden und Flugzeugen darauf verlassen, dass sie vor nichts Angst haben müssen. Also habe ich es zeitlangs so gehandhabt, dass ich sie nachmittags 30 Minuten habe schauen lassen, während ich Henri hingelegt habe. Das war wertvoll für mich, weil ich so die nötige Ruhe für den Kleinen hatte. Mittlerweile schläft Henri nur noch vormittags und schaut abends einfach so ein kleines bisschen mit. Er liebt Tiere und freut sich, wenn er sie im Fernseher sieht. Ja na klar und es entspannt hier auch manchmal die Situation. Wenn beide völlig durch sind vom Vormittag, weil im Kindergarten wieder viel passiert ist, dann dürfen sie auch mal etwas länger schauen.

Der Umgang mit dem Essen

Hier darf jeder so viel oder wenig essen, wie er möchte. Es wird ihnen nichts hineingestopft, gezwungen oder auch aufgequatscht. Wenn sie so gar nichts essen, schaue ich zwar manchmal schräg, aber dann sind meist die zwei Bananen am Nachmittag Schuld. Auch in Ordnung. 

Wie sollen Kinder anders Hunger kennen und einschätzen lernen, wenn ich sie dahingehend manipuliere?

Gutes Stichwort. Manipulation. Gibt es hier nur in geringem Maße und bevor jetzt alle aufschreien, erkläre ich euch, was ich damit meine. Wenn logische Konsequenzen folgen, dann ist es auch eine Art von Manipulation. Keine von mir auferlegte, aber dennoch wird sich das Verhalten des Kindes dann ändern. Es wird sich dadurch anpassen und dies finde ich so oft grenzwertig. Möchte Luis zum Beispiel noch gern draußen bleiben, ich aber hoch gehen, weil es schon spät ist und ich das Abendessen vorbereiten möchte, dann hat er die Wahl, alleine unten zu bleiben oder mit hoch zu kommen. Es beeinflusst ihn in seinem Wunsch, wenn ich hoch gehe. Jeder Tag endet nun mal und irgendwann wird es dunkel. Das ist somit eine logische Kosequenz mit der er leben muss und solche gibt es nun mal viele. 

Ich möchte ihnen das Leben und die Natur zeigen, achtsamen Umgang mit den Lebewesen und auch die Gezeiten der Meere. Was ich nicht möchte, ist sie formen wie ein Stück Ton. Dies macht meiner Meinung nach die Manipulation. Sie arbeitet nah am nicht vorhandenen Gewissen der Kinder, lockt den Gehorsam und versucht mit intriganten Spielchen, sich die Kinder zu ihrem zu machen. Da bekomme ich schon Beklemmungen, wenn ich es schreibe.

Der Umgang mit Unausweichlichem

Mir sind ein paar Dinge wichtig, die unausweichlich für sie sind. Meine persönlichen Grenzen sozusagen. Und die hat jeder und darf auch jeder haben. Auch meine drei sollen kennenlernen, dass jeder Mensch diese Grenzen besitzt und sollen sie für sich selber auch erkennen. Und sie sollen lernen für ihre Grenzen eingestehen. Meiner Meinung nach können sie das nur, wenn ich es ihnen vorlebe und dazu gehört eben auch eine gute Portion Konsequenz. Wenn dies jetzt auch nicht zu „unerzogen“ passt, passt es jedoch zu mir und meiner Philosophie vom gemeinsamen Leben mit Kindern.

So glaube und spüre ich, dass es für uns 5 in der Familie sehr wichtig ist, Routinen zu haben. Wir haben abends eine gewisse Bettroutine, an der es nur in aller größten Ausnahmefällen vorbei geht. Dazu gehören ganz simpel: waschen, Zähne putzen, Ohren und Nase säubern und in den Schlafanzug hüpfen. Bis vor einiger Zeit war es ein festes Ritual nach dem Abendessen und vor dem Sandmann. Mittlerweile lassen wir das Ritual sogar auch oft vor dem Fernseher stattfinden. Meistens dann, wenn sie auch vorm Fernseher gegessen haben. Ich weiß, dass sie am Tisch sitzen und essen können, also finde ich es nicht schlimm, wenn sie gemütlich auf dem Sofa sitzen. Ich habe keinerlei Ängste, dass sie es verlernen, gerade zu sitzen und aufrecht zu essen. Im Gegenteil, ich gestehe mir auch gern mal ein Mahlzeit fern vom Tisch zu, warum ihnen dann nicht auch?

Ansonsten haben wir kaum feste Routinen, die mir enorm wichtig sind und an denen ich festhalte. Vielleicht ist das auch der Grund, dass sie dieses von mir gegebene Abendritual so freiwillig mitmachen.

Bei anderen unausweichlichen Dingen erkläre ich kindlich und dann ist das einfach so. Je überzeugter ich bin, desto mehr „glauben“ es mir die Kinder und nehmen es in sich auf. Sie vertrauen meiner Aussage als Mama.

Der Umgang mit Aggression

Oft werde ich gefragt, wie ich mit Aggressionen untereinander umgehe. Da es nun ja doch drei Kinder sind, passiert es hin und wieder, dass sie sich streiten. Vor allem die großen zwei. Und oftmals dann, wenn es im Kindergarten am Vormittag sehr anstrengend für sie war. Was ich aber auch unter keinen Umständen dulde, ist Gewalt unter ihnen. Ein Streit ist nicht automatisch Gewalt und oft lasse ich sie ihre zwischenmenschlichen Kinderrivalitäten ausleben, frage oft nur „Braucht ihr mich?“ und versuche dann ganz neutral zu bleiben. Kommt es aber zu körperlichen Übergriffen gehe ich einfach nur mit meinem Körper dazwischen. Ich trenne sie dann meist wortlos. Tröste den, dem es weh tat und gut. Mehr nicht. Meistens besprechen wir es später nocheinmal, dass es ungut ist, dem anderen weh zu tun. Da Hanna und Luis im Oktober erst 4 werden, können sie in Stresssituationen noch gar nicht besonnen reagieren. Dieses Gehirnareal fängt gerade an, sich auszubilden.

Wird einer hier jedoch stark übergriffig und versucht seine Kräfte an Schwächeren auszuprobieren, weil er sich dies bei den großen Jungs im Kindergarten abgeschaut hat, werde ich sauer. Ich dulde niemals ein Malträtieren von Schwächeren nur zum Spaß. Da kann es auch schon mal passieren, dass ich sehr laut werde und den Ärgerer raus schicke. Und trotzdem werde ich später mit ihm (meist ist es tatsächlich Luis) darüber reden. Klar sind Jungs oft körperlicher als Mädchen. Und trotzdem möchte ich, dass er lernt, sich anders mitzuteilen und dass er das, was er da beobachtet, nicht als einzige Wahrheit sieht, wie man sich verhält.

Der Umgang mit eigenen Fehlern

Reagiere ich mal sehr emotional, weil mich etwas wütend, sauer oder traurig macht oder weil ich die Kraft in meiner Hand nicht gut steuern kann und es passiert, dass ich aus Versehen im Groll zu stark an einen Oberarm zufasse, dann entschuldige ich mich natürlich von Herzen und erkläre, was da in mich gefahren ist und warum ich so reagiert habe. Denn ja, auch ich bin nur ein Mensch und auch mir passieren Fehler. Das dürfen sie gern sehen. Sie dürfen sehen, wie ich dann damit umgehe und für sich lernen.

Der Umgang mit Entschuldigung

Auf der anderen Seite ist es mir auch immer schon wichtig gewesen, dass sie sich bei dem anderen entschuldigen, wenn sie ihm weh getan haben oder ihn trösten, wenn er sich weh getan hat. So haben sie ganz lange dieses „Ritual“ verinnerlicht: pusten, streicheln, Küsschen geben. Warum auch immer. Wahrscheinlich habe ich es irgendwann mal in einer aufnahmefähigen Phase so gemacht und sie haben es sich gemerkt. Daran sieht man, wie Kinder so „ticken“. Auch schon die ganz ganz kleinen. Man zeigt ihnen was und wenn sie gerade das Fenster dafür geöffnet haben, nehmen sie es in sich auf. Ganz ohne Zwang, Druck und Dressur. Ist das nicht schön und wertvoll?

Der Umgang mit Bitte und Danke

Um die 12 Monate rum gibt es mal eine Phase, da spielen die meisten Kinder geben und nehmen. Genau da habe ich damals bei Hanna und Luis und auch vor kurzem bei Henri angesetzt und habe das Geben und Nehmen mit diesen Worten verknüpft. Und auch im Alltag kann ich nur das beste Vorbild sein. Alles andere ist Dressur und wenn ich etwas gar nicht will, dann ist es das. Nein, hier muss niemand auf Teufelkommraus Bitte und Danke sagen. Denn meiner Meinung nach soll es wenn, dann von Herzen kommen und gut. Mehr Wertung messe ich diesen zwei Worten nicht bei. 

Wenn man nämlich dem Kind beibringt, dass es die Dinge nur dann bekommt, wenn es das Zauberwort sagt, stelle ich einen ganz unguten Bezug zum Bitte her. Denn dann fängt das Kind an zu glauben, dass es nur „Bitte“ sagen muss und schon bekommt es alles. Das ist nun aber eben nicht immer realisierbar. Das Bekommen/Nichtbekommen hat ja nichts mit dem Wert per se zu tun, oder? 

Was mir in dem Zusammenhang jedoch schon wichtig ist, dass sie wissen, dass wenn sie freundlich fragen es schon einen Unterschied macht, wie wenn sie brüllend auffordernd nach Schokolade verlangen.

Der Umgang meines Mannes mit den Kindern

Viele fragten auch, wie mein Mann das so macht und ob er sich verändert hat, was das „ungezogen/bedürfnisorientierte“ anbelangt. Ja. Hat er. Er reflektiert nun mehr für sich und wir diskutieren sehr viel mehr über Uneinigkeiten. In unguten Momenten reicht es schon, wenn ich ihn „abhole“ und ihm meinen Lieblingssatz ins Ohr flüstere: „Sei kein Arsch zu deinem Kind.“ Oftmals braucht er dann seine Ruhe und danach gehts wieder.

Uneinigkeiten besprechen wir, messen dem aber auch keinen hohen Wert bei. Meistens sehen wir es aber schon sehr ähnlich. Mein Joker ist immer mein Pädagogikstudium und meine intensive Auseinandersetzung mit dem ganzen Kram 😉 da hat er meist kein Gegenargument mehr. Er probiert viel aus, handelt aber oftmals aus dem Bauch heraus. Und das macht er gut. 

In den wesentlichen Grundgedanken unserer Elternauftrages stimmen wir überein und das gibt uns hier sehr viel Ausgeglichenheit im Familienalltag.

Jeder darf hier anders sein und es anders machen. So wie ich die drei nicht dressieren will, dressiere ich auch meinen Mann nicht. Es wird immer im Leben so sein, dass Kinder auf verschiedene Charaktere und Lebensweisen treffen und wenn sie jetzt lernen, dass es überall anders ist, haben sie es für später schon in sich und werden nicht mehr so arg aus ihrer Bahn geworfen

So, das wars nun erst mal von meiner Seite des Weges und der Blumen am Rand. Ich habe gerade meine Landschaft beschrieben, die ich gerade sehe und falls ich etwas vergessen habe, dürft ihr mich gern fragen. Vielleicht sammle ich wieder ein bisschen und schreibe dann darüber meinen nächsten Text. Jetzt ist es aber mittlerweile schon dunkel geworden und ich kann nur die Grillen zirpen hören. Da das für euch aber nicht so spannend ist, schreibe ich eben wann anders weiter. Wenn ich meinen Weg weiter gelaufen bin und vielleicht sogar neues am Wegesrand und drumherum entdeckt habe.

Gute Nacht. (22:15 Uhr)

Kann man sich auf den letzten Blick entfreunden?

Dieser Abend ist still und friedlich. In mir ist es das auch. Und dennoch kreisen meine Gedanken immer und immer wieder um ein Thema, über das ich schon eine Weile lang schreiben möchte. Es ist ein Thema, welches mich beschäftigt, seit ich denken kann.

Es geht um Freundschaft. Was bedeutet es, eine Freundin zu haben? Woran misst man die Qualität einer Freundschaft? Und was sind Gründe, die eine solche Freundschaft beenden können? Urplötzlich. Und geht das überhaupt? Ist eine Freundschaft nicht so etwas wie Liebe? Wenn man sich auf den ersten Blick verlieben kann, kann man sich dann auch auf den letzten Blick entfreunden?

Das sind alles Fragen, die ich hier Wort um Wort mir selbst versuche zu beantworten. Ich habe gerade keinen Plan von diesem Text. Ich weiß nicht, wohin er mich führt. Ich weiß nur, dass ich ihn gerade schreibe und ihn veröffentlichen werde, wenn ich fertig bin und die letzte Frage für mich beantwortet habe.

Was bedeutet es, eine Freundin zu haben?

In der ersten Klasse lernte ich damals ein Mädchen kennen. Ich mochte sie sehr und sie mich. Trotzdem gab es eine Nebenbuhlerin, was diese Freundschaft erschwerte. Diese Nebenbuhlerin ging in der fünften Klasse und es kam eine andere. Die Freundschaft zu dem Mädchen blieb und sie blieb schwierig. Zu dritt ging nicht. Dennoch hätte ich irgendwann mittendrin behauptet, dass sie meine beste Freundin ist. Vor ein paar Jahren heiratete ich meinen Mann und sie wurde meine Trauzeugin. Am Abend vor der Hochzeit zeigt auch sie mir ihren Verlobungsring. Nur wurde nicht ich, sondern die andere ihre Trauzeugin. Ich war unendlich traurig darüber und bin es heute noch tief in meinem Herzen.

Heute habe ich Freundinnen, mit denen ich mir ab und zu schreibe oder Sprachnachrichten schicke. Wir sehen uns hin und wieder und unsere Kinder spielen dann schön miteinander. Es sind angenehme Freundschaften, wenn auch „oberflächlich“ dadurch begründet, dass man sich nur selten sieht. Wir haben einfach nicht die Möglichkeit, tiefer ins Leben der anderen einzutauchen. Direkt da zu sein, wenn wir uns brauchen.

Es sind ganz wenige dabei, mit denen es tiefer geht. Um genau zu sein: eine. Diese Freundschaft ist geprägt von tiefgründigen Gesprächen, sehr viel Respekt und Liebe. Wir sagen uns offen, was wir denken und keiner fühlt sich verletzt. Das ist genau das, was ich an einer Freundschaft so sehr schätze.

Woran misst man die Qualität einer Freundschaft?

Zumindest schon mal nicht an der Häufigkeit der gegenseitigen Besuche, denn nur weil man sich selten sieht, heißt es noch lange nicht, dass es nicht funktionieren kann. Und auch wenn man sich häufig sieht, gibt es keine Garantie für das Gelingen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Dazu gehört natürlich noch ganz viel Interesse an der anderen und ihren Gedanken, ihrem Leben und ihren Plänen für die Zukunft. Und natürlich kann man auch nicht an der Häufigkeit des Kontaktes messen. Ich habe Freundinnen, mit denen schreibe ich ganz selten und trotzdem werde ich sie nicht so schnell verlieren. Und ich habe welche, mit denen schreibe ich ganz oft und TROTZDEM hab ich das Gefühl, dass ich mit ihnen thematisch auf der Stelle trete. Vielmehr gehören für mich die gemeinsamen Momente zur Qualität. Kann man miteinander lachen und weinen, holt man für die andere die Sterne vom Himmel und würde man im Fall des Falles mit ihr zusammenziehen? Beantworte ich mit ja, weiß ich, dass es tiefer geht.

Was sind Gründe, die eine solche Freundschaft beenden können?

Im ersten Moment denke ich: niemals. Das geht nicht, wenn man gut befreundet ist. Denn was soll einen erschüttern? Fremdgehen kann man ja nicht so direkt und wenn die eine die andere nicht grad beleidigt, dann müsste es doch passen. Müsste. Tut es aber eben nicht immer. Was mich tief bewegt, sind so Momente in denen ich spüre, dass es meiner Freundin nicht gut tut, was ich ihr rate oder sage. Hey, da denke ich, ich kann einer Freundin alles sagen, aber es geht eben nicht. Da sperrt sie sich, weil ich etwas „besser“ weiß, weil es ein Thema ist, mit dem ich mich auskenne. Da komme ich an meine Grenzen und es wirft Fragen in mir auf, wenn sich diese Situation verschärft, in dem mir der Mund verboten wird. Nein. Das fühlt sich dann nicht wie Freundschaft an. Dann mag ich mich zurück ziehen und still und leise leiden, weil ich spüre, dass sich diese Freundschaft zurück bewegt und nicht vor. Weil ich fühlen kann, wie sehr ich nicht gewollt bin. Ich und meine Gedanken und meine Worte. Ja, das ist dann ein Grund zu gehen. Ich bin verletzt. Und mein Herz ist es auch.

Wenn man sich auf den ersten Blick verlieben kann, kann man sich dann auch auf den letzten Blick entfreunden?

Diese Frage bleibt für mich offen, denn auf den ersten Blick verlieben heißt ja, ich wusste vor dem ersten Blick noch nichts von dem Menschen und BÄM war er da. Im Umkehrschluss würde es heißen, dass ich nach dem letzten Blick dann auch nichts mehr von dem Menschen wissen will. Und so ist es ja nicht ganz. Weil die Gedanken weiter kreisen. Was wäre, wenn ich einfach nichts gesagt hätte? Was wäre, wenn mir das Gesagte egal gewesen wäre. Was wäre, wenn … nein. Das ist es gerade, was MIR wichtig ist. Offenheit. Das wünsche ich mir andersrum doch auch so sehr. Und genau dann möchte ich es geben dürfen. In einer Freundschaft, in der beide sich auf Augenhöhe begegnen. Gleichermaßen. Sich alles sagen dürfen, was ihnen wichtig ist. Ohne wenn und aber. Ohne Neid und Missgunst. Ohne Verletztheit. Sondern immer mit dem Wissen, dass es beide niemals böse meinen, weil … ja, weil man sich liebt. Still und friedlich.

Gesund schlafen – unsere Routine

(Werbung) Wie machen wir das so? Wie geht das abends mit Baby und Zwillingen? Gibt es Tipps?

Also. Zunächst einmal möchte ich euch unsere aktuelle Bettgehsituation schildern, denn es hat sich so einiges verändert, seit Henri bei uns ist. Da mussten wir uns alle 4 erst mal ganz schön einfuchsen. Mittlerweile läuft es richtig gut und 19:30 Uhr schlafen tatsächlich alle Kinder.

Als wir im September 3 Wochen mit Papa Urlaub hatten, hat sich am Schlaf der Zwillinge einiges geändert. Sie fanden mittags plötzlich nicht mehr gut in den Schlaf, sind meist erst nach 30 bis 60 Minuten eingeschlafen. Nach 2 Stunden Mittagsschlaf, der dann bis 15 Uhr dauerte, wurde es abends dann auch schwieriger, sie ins Bett zu schaffen. Oft hat Luis dann noch bis 21 Uhr gerufen, gesungen oder versucht, die schlafende Hanna zu ärgern.
Also haben wir den Mittagsschlaf abgeschafft und das kurz vor dem 3. Geburtstag. Und es klappt erstaunlich gut. Seitdem schlafen sie 19 Uhr innerhalb von 5 Minuten ein.

Vorher gibt es unsere immer gleichbleibenden Rituale: 18 Uhr essen wir zu Abend und gehen anschließend ins Bad. Danach dürfen sie Sandmann schauen und gehen dann ganz freiwillig ins Bett. Henri ist da immer mit dabei. Im Bad in der Babywippe und beim Sandmann sowie beim Geschichtelesen im Bett dann auf meinem Schoß. Nachdem ich die großen zwei dann mit vielen Küssen „Gute Nacht“ gesagt habe, schaffe ich Henri ins Bett. Aktuell stillt er sich in den Schlaf, was ich noch völlig okay finde.

So. Nun zu DEN Feinheiten, die wir jeden Abend genießen:
– Ich lüfte die Schlafzimmer lange vorm Zubettgehen auf eine Raumtemperatur von 18-20 Grad (Hanna und Luis schlafen zwar mit Kamelflaumhaarbettdecken, decken sich jedoch immer wieder auf, weshalb ich es imKinderzimmer nicht zu kalt halte). Kurz nach dem Lüften kommt ganz häufig das „Baby Helferspray“ von aetherio.de zum Einsatz und zaubert einen wohligen Duft ins Kinderzimmer.
– Zum Abendessen lieben wir mit Honig den Betthupferltee von Sonnentor.com. Die Melisse beruhigt.
– Sie lieben ihr kleines Zirbenkissen mit einem Hasenohr von zirbelkind.at, da es so wunderschön und beruhigend nach Zirbe duftet.
– Jetzt in der kalten Jahreszeit ziehe ich allen 3 Kindern sehr gern die kuscheligen Frotteeschlafanzüge von Lotties.de an.
– Jeden Abend reibe ich ihre Handrücken mit unserem selbstgemachten Schlafbalsam (Lavendel und Zirbelkiefer entspannen) ein (das Rezept hierzu findet ihr auf unserem Instagramaccount zwillingeplus1 und er ist in 5 Minuten hergestellt).
– Wenn Hanna und Luis einen arg aufregenden Tag hatten, gibt es eine Zauberschlafperle (Rescue Night Pearls mit Bachblüten – aus der Apotheke).
– Sehr früh habe ich mit gedämpften Licht in den Schlafräumen angefangen. So leuchtet bei Hanna und Luis immer schon die Trousselier Laterne und bei Henri eine Salzkristalllampe im Schlafzimmer.
– Und natürlich gibt es jeden Abend entweder ein Märchen aus unserem großen Kindermärchenbuch (Lieblingsmärchen ist derzeit: Der Wolf und die sieben Geißlein) oder ein Lied, welches meist ein kreativ erfundenes Lied mit diversen Tieren ist, die sich Hanna und Luis dann wünschen (Melodie: „Der Mond ist aufgegangen“).

Das sind so unsere feinen kleinen Rituale, die es uns allen ein wenig leichter machen, in den gesunden Schlaf zu finden. Vielleicht ist ja der ein oder andere Tipp für euch dabei (lasst es mich wissen ).

Zu den ätherischen Ölen (im Schlafbalsam sin Lavendel und Zirbelkiefer) ist zu sagen, dass ich sie nur bei Hanna und Luis anwende, da die Konzentration für Babys zu hoch ist. Grundsätzlich sollte man bei Babys bis 6 Monate eher auf ätherische Öle verzichten oder sie extrem sparsam verwenden. Solange man stillt ist es ratsam, sie ganz wegzulassen, um das kleine Näslein nicht zu verwirren.